SCB - ZSC 24.10.2014

    • Offizieller Beitrag

    Zürcher Kreativität erstickt

    Die ZSC Lions unterlagen gegen aufsässige Berner 2:4 und damit im achten Auswärtsspiel zum fünften Mal.

    Silvan Schweizer Bern

    Der SCB ist zurück. Nach seiner Krisensaison und dem Gang ins Playout funktioniert er derzeit wieder wie die gefürchtete, gut geölte Maschine der Meisterjahre 2010 und 2013, die seine Gegner zermürbt. Das 4:2 gegen die ZSC Lions war bereits der fünfte Sieg in Serie, wobei die technisch versierteren Zürcher auf Augenhöhe mitspielten. Aber eben: Die Berner Aufopferung und Disziplin gaben diesmal den Ausschlag. «Sie haben clever verteidigt, unglaublich hart gearbeitet und deshalb verdient gewonnen», anerkannte auch ZSC-Captain Mathias Seger.

    Eine prägende Figur des Berner Hochs ist der 20-jährige Christoph Bertschy. Letzte Saison hatte sich der Stürmer auch das eine oder andere Mal als Überzähliger auf der Tribüne wiedergefunden. Seine Leistungen passten nicht zum Selbstbewusstsein, das er als Jüngling schon ausstrahlt. Mittlerweile steht er im Powerplay aber als cleverer Puckverteiler an der blauen Linie, was ihm gestern ein Tor und einen Assist einbrachte und sein Total aus den letzten fünf Partien auf sieben Punkte erhöhte.

    Zu viele Strafen zum Schluss

    Das Überzahlspiel leitete die Niederlage des ZSC im Startabschnitt ein. Einerseits nutzte der SCB seine beiden ersten Möglichkeiten kompromisslos aus, während die Löwen bei ihren beiden harmlos blieben. «Und wer in Bern einmal zurückliegt, der hat es schwierig, noch einmal aufzuholen», wusste Roman Wick.

    Ihm war zwar ein erster Schritt dazu gelungen, als er sich nach 26 Minuten von seinem Bewacher löste, SCB-Goalie Marco Bührer umkurvte und dank seiner Reichweite von hinter dem Tor das sehenswerte 2:1 erzielte. Es war eine der wenigen Szenen, in denen die Kreativität des ZSC zum Ausdruck kam. Doch das Heimteam erhöhte dank Ryan Gardner schon bald wieder und dämpfte etwelche Hoffnungen. Und zur Schlussoffensive kam es nicht, weil sich die Lions mit drei Strafen in den letzten vier Minuten selbst ausbremsten.

    Wick und der gelbe Helm

    Weil der HCD gegen die Lakers gewann, zog er in der Tabelle weg, hat nun vier Punkte Vorsprung auf die ZSC Lions. Auffallend ist, dass diese auswärts noch nicht mit der gleichen Entschlossenheit und Effizienz auftreten wie daheim. Im Hallenstadion sandte der Meister kräftige Signale an die Konkurrenz aus, als er gegen den EVZ ein 0:4 noch in einen Sieg verwandelte und Bern sowie Davos problemlos bezwang. In fremden Stadien konnten die Zürcher dagegen von acht Spielen erst drei für sich entscheiden – gegen Kloten, RapperswilJona und Ambri, die allesamt unter dem Strich klassiert sind.

    «Man kann nicht erwarten, dass wir hier einfach durchspazieren», fand Wick. «Natürlich. Auch wir ziehen Vergleiche zum Vorjahr, als wir im Herbst in einen Lauf fanden. Aber wir sind nun die Gejagten, alle sind speziell motiviert gegen uns.» Gegen ihn gingen die Berner besonders gerne in den Zweikampf. Einmal verfolgte ihn Beat Gerber übers ganze Eis, um den ersehnten Check abzuschliessen. Auch sonst fand er sich immer wieder in Scharmützeln wieder. «Es liegt am auffälligen gelben Helm», vermutete Wick. «Auch ich ertappe mich manchmal, wie ich gegen den gegnerischen Topskorer noch eine Spur härter agiere. Auch wenn mir gar nicht bewusst ist, wer das überhaupt ist. Ich weiss, der Helm ist ein Marketinginstrument. Aber er birgt auch gewisse Risiken.»

    © Tages Anzeiger
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    Trifft es auf den Punkt denke ich!

  • So sieht es Hardboiled SCB:


    Ja, was soll man sagen. Wenn es läuft, dann läufts? Wenn man das Winner-Gen hat, dann gewinnt man? Auch wenn man die Leistung wie gegen Lugano nicht mehr ganz toppen konnte? Aber wisst ihr was? Scheissegal! Der 5. Sieg in Folge, schon das ist Grund genug, jetzt noch ein paar tolle Biere in das Hirn zu pressen. Dann die doch schon komfortable Distanz zum vernutteten Strich, das gibt noch ein paar Schäume dazu. Dann den Meister geschlagen, ja da besauf ich mich doch am Besten. Es war nicht ein "vom Sitzreisser" heute Abend, aber es war solide Arbeit gepaart mit der Fähigkeit, 2 Tore mehr zu schiessen als der Gegner.

    Das Startdrittel war noch ganz nach meinem Gusto. Bei uns sprudelte das Selbstvertrauen verreckter als in einem ungesunden Sprudelwasser mit Kohlensäure. Zürich, und das war für mich ebenfalls wichtig, zeigte Respekt von unseren Jungs. Es hat sich scheinbar herumgesprochen, dass wir unter dem Metzger langsam die einzelnen Lego-Bausteine zu einem Werk zusammensetzen. Wir dominierten das Drittel gut und konnten Strafen dann auch zu Toren ummünzen. Erst traf der Schwerweh herrlich in den Netzhimmel, danach toppte ihn Pertschey mit einem Hammer in den Angel. Die 2-0 Führung war hochverdient und liess mich klatschen wie ein Klatschaffe im Zirkus Knie, wenn die Kappele alben so doofe Märsche spielt.

    Dann allerdings reagierte der Z. Im zweiten Drittel waren wir zwar hart am arbeiten, aber nun hatten die Zurigos das Zepter etwas mehr in den Händen. Noch nicht stark, aber das Spiel glich sich aus und Beppo musste nun oft rumhopsen. Abgesehen von ein paar chaotischen Szenen hielt der Herr aber den Kasten souverän rein. Erst der wirklich nicht sehr beliebte, mit einem komischen Bart ausgestattete, öfters nervig und mit versteckten Stockschlägen spielende Rumän Wick konnte mit einem Saububen-Trick das Anschlusstor erzielen. Danach versemmelte der Z merhmals den Ausgleich, weil Beppo eben hielt oder sie das Zielwasser wohl als Mundspühlung gebraucht haben. Mittendrin in diesem leicht schwächelnden Spiel von uns, konnte dann Gardner nach einem Puff im Zürcher Abwehrdrittel das wichtige 3:1 schiessen. Allerdings brachten wir die Salami nicht ungeschnitten auf die Platte, in einem Powerplay konnten die Limmat-Glunggen bereits wieder auf 3:2 verkürzen.

    Nun, dann war es im letzten Drittel halt wieder ein Nervenspiel, aber wenn man am Schluss gewinnt ist das dann halt schon geil. Der Z probierte alles, wir blieben kühl wie Eskimo-Scheisse und liessen nichts mehr zu. Manfred Plüsch knallte dann noch einen Freigoalie-Ofen zum 4:2 in die Maschen. Jubel, Trubel, 5 Spiele und 15 Punkte, dem sage ich lupenrein!

    Tatsächlich haben wir uns verwandelt. Wir stehen nicht mehr auf dem Eis und denken "oh mein Gott was läuft heute wieder alles schief?", nein, nun kommen die Jungs aufs Eis und mustern den Gegner und denken "mann, gibts heute auf die Waffel von uns!". Wir sind nun in der Lage, körperlich mitzuhalten, spielerisch naja ab und zu mit den Besten, nicht immer, aber das kommt noch. Boucher's Arbeit scheint langsam aber sicher Früchte zu gageln. Schön gesagt oder! Ich habe gute Laune, Fribourg entlässt morgen Zenhäusern und Roman Wick tauft sich morgen um in Erzählung Fick.

  • Zitat von Mitsch 2006

    ich möchte unter dem weihnachtsbaum einen treffsicheren ausländer...
    shanon von jahr zu jahr schwächer und kellers highlight in den playoff halbfinals das korn des blinden huhns...


    Nach was bitte wird Shannon gemessen? Ich glaube wir haben keinen im Team der mehr ackert als Shannon, sein Laufpensum ist enorm sowie das ewige stören im gegnerischen Drittel, nur weil er keine Tore schiesst?
    Für mich einer der besten! Sorry

  • War wie gegen Kloten. Das erste Drittel zum vergessen. Dann deutlich stärker und am Schluss die bessere Mannschaft. Halt wieder nur 30 Min. Hockey gespielt. Und schlicht zuviele Strafen.
    Bern weit weg eine Macht zu sein. Aber halt mit einem Lauf und Selbstvertrauen.

    Shannon für mich einer der Besten. Bergeron, Smith.......schwach. Bergeron trifft nicht mal mehr die Kiste. Und bei Cunti hoffe ich, das er seine nonchalante Art mal wieder ablegt.

  • Zitat von streit


    Nach was bitte wird Shannon gemessen? Ich glaube wir haben keinen im Team der mehr ackert als Shannon, sein Laufpensum ist enorm sowie das ewige stören im gegnerischen Drittel, nur weil er keine Tore schiesst?
    Für mich einer der besten! Sorry

    es fehlt nicht am einsatz, es fehlt an der klasse

  • Man muss auch nicht zu viel in das Spiel hineininterpretieren. Der bzw. die Schlüsselmomente waren die ersten beiden Powerplays des SCB, welche mit einem Tor endeten. Dafür braucht es aber auch immer etwas das Glück (...des Tüchtigen...) Wie man in anschliessenden Überzahlsituationen gesehen hat, ist das Powerplay aber nicht unbedingt eine SCB-Stärke. Danach sah man deutlich, wie gefährlich der ZSC in seinem gewöhnlichen Trott sein kann, und warum er eben meist auch in diesem "Normalmodus" problemlos reüssiert.

    Diese Überlegenheit ist gleichzeitig wohl auch das grösste Handicap des ZSC. Man ist sich so daran gewöhnt, dass die nötigen Tore dann schon noch fallen, dass es schwierig wird, wenn es ausnahmsweise mal nicht so läuft. Ich bleibe deshalb bei "meiner" Einschätzung von vor dem Spiel: Für einen SCB-Sieg brauchte es etwas ausserordentliches, eben sowas wie die beiden frühen Überzahltreffer. Im Normalmodus zahlt sich die höhere Dichte an individueller Klasse für den ZSC aber aus. Wird eindrücklich illustriert wenn Crawford Leute wie Fritsche oder Nilsson in den hinteren Reihen laufen lassen kann.

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