ZSC - SCL 31.10.21

  • genauso erschreckend wie das Spiel war auch der Zuschauerschnitt: mag mich nicht an ein Kids Spiel mit so wenig Zuschauern erinnern.


    auch wenn wir viel schiessen, vor dem Tor war trotzdem wenig los und auch heute gab es beim Aufbau wieder haarsträubende Fehler.


    Positiv: 3 Punkte und das 20 jährige von Giovi (aber um das hässliches Jubiläums Trikot beneide ich ihn defintiv nicht)

  • Bezeichnend auch dass der erste Post nach 30 Minuten wieder nur um die Schiedsrichter, die heute gut pfeifen, dreht. Aber es passt, Schuld auf den Schiri schieben ist das höchst mögliche für Mannschaften mit absoluter Verlierermentalität.


    Zum unserem Spiel selber muss man nicht viel sagen, unterirdisch...

    Habe nicht gesagt sie hätten an iwas schuld..

    • Official Post


    Befreiender Sieg gegen die SCL Tigers

    Süsses statt Saures für die ZSC Lions

    Die Zürcher siegen dank gütiger Mithilfe des Langnauer Goalies Robert Mayer 5:2. Der ZSC-Kanadier John Quenneville feiert einen Hattrick.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Der zweite von drei Streichen: John Quenneville trifft zum 3:2 für die ZSC Lions.


    Der zweite von drei Streichen: John Quenneville trifft zum 3:2 für die ZSC Lions. Foto: Patrick Straub (freshfocus)

    Süsses oder Saures? Diese Frage stellten an diesem Halloween-Sonntag ganz viele Kinder. Die ZSC Lions hätte ganz sicher Saures von ihrem Coach Rikard Grönborg erwartet, hätten sie auch gegen diese dezimierten SCL Tigers verloren. Doch sie konnten das Unheil gerade nochmals abwenden und setzten sich in einem wilden Spiel vor 8961 Zuschauern, davon viele Kinder, 5:2 durch.

    Die entscheidende Figur beim Sieg war kein Zürcher, sondern Langnaus Goalie Robert Mayer, der einen ganz unglücklichen Nachmittag erlebte. Kurz nachdem Saarela (36.) mit dem zweiten Powerplay-Tor das 2:1 für die Emmentaler erzielt hatte, liess Mayer einen scheinbar harmlosen Puck auf sein Tor über seinen Stock zum 2:2 ins Tor kullern. Und in der 47. Minute liess er sich von Weber mit einem Schuss von der Mittellinie erwischen – und zertrümmerte darauf seinen Stock.


    Mayer ist bekannt dafür, mit dem Puck mitzuspielen. Er hat schon oft seine Stürmer mit langen Pässen lanciert. Diesmal ging es schief. Und nach seinem zweiten Lapsus war im Hallenstadion nichts mehr zu holen für seine SCL Tigers, die zuvor aufopfernd gekämpft hatten und lange auf einen Punktgewinn hatten hoffen können.

    Es war das erste Lion-Kids-Spiel der ZSC Lions seit eineinhalb Jahren, einem 5:2 gegen Biel am 16. Februar 2020. Danach nahm die Corona-Pandemie Überhand. Schön, dass die Zürcher diese beliebte Tradition nun wieder aufleben lassen, bei der junge registrierte Fans (Lion Kids) Gratiseintritt haben. Gleich sechs Lion-Kids-Spiele haben die ZSC Lions in dieser Saison angesetzt, das nächste am 21. November gegen Lausanne.

    Den ZSC Lions war auch gegen die SCL Tigers anzumerken, dass sie mit sich zu kämpfen haben. Vieles stimmte nicht, aber immerhin der Einsatz. Und am Schluss wurden die Zürcher dafür belohnt. Strahlender Matchwinner war der dreifache Torschütze John Quenneville, von dem nach einem guten Saisonstart zuletzt wochenlang nicht mehr viel zu sehen gewesen war. Doch das etwas glückhafte Powerplaytor zum 1:0 (18.) gegen die SCL Tigers gab dem 25-Jährigen nun Auftrieb.


    Auch geholt, um physisch Akzente zu setzen, ist Quenneville noch daran herauszufinden, was im europäischen Eishockey erlaubt ist und was nicht. Schon zweimal wurde er für Checks gesperrt, zuerst in der Champions League, dann wegen eines Bandenchecks gegen den Davoser Stoop. «Die Linie ist hier definitiv eine andere als in Nordamerika», sagt er. «Ich bin kein schmutziger Spieler, aber ich möchte hart spielen. Es ist nicht einfach vorherzusehen, wie ein Gegner auf einen Hit reagiert. Ich habe mich zuletzt oft zurückgehalten.»


    Wie für ihn ist es bisher fürs ganze Team ein Lernprozess. Er habe das Gefühl, die Mannschaft sei sich langsam am Finden, sagt Quenneville. Auch wenn die Resultate nicht immer gestimmt hätten. Und die Saison sei ja noch jung. Man könnte es so ausdrücken: Das Spiel gegen Langnau war ein kleiner Schritt für die ZSC Lions und ein grosser für Quenneville.

    • Official Post

    Sehe ich auch so, aber man scheint überzeugt davon, dass das die richtige Strategie ist! Puckbesitz und Torschüsse ist das eine, Effizienz und Torgefahr das andere. Irgendwie wirkt das alles nicht sehr stabil. Aber vielleicht arbeitet man ja in der Länderspielpause daran!


    Nicht auszudenken, wie das Spiel ohne die beiden Mayer-Böcke ausgegangen wäre. Mich erinnert diese Saison immer mehr an die erste Saison im neuen Hallenstadion. Aber vielleicht wird im November oder Dezember alles anders.

    Mich erinnert das Ganze ans Hockey unter Wallson: Langweiliges Puck-Controll-Hockey welches das Publikum aus der Halle treibt. Erschreckend wie wenig Leute unterdessen in der Halle sind. Von meinen Kumpels ist nun schon oft keiner (!) mehr aufgetaucht. So können sie nächstes Jahr Freibillette im Shopi Spreitenbach an die Adidas Gemeinde verteilen. Pause kommt für den ZSC zur richtigen Zeit, aber ob es etwas nützt?

    • Official Post

    Wenn sich Spiele anfühlen wie ein Besuch beim Zahnarzt: Die ZSC Lions hoffen stoisch auf die Wende zum Guten

    Das hochkarätige Team quält sich fernab aller Souveränität durch die Meisterschaft. Noch bleibt es ruhig im Klub, der Trainer ist nicht in der Schusslinie. Doch die Uhr tickt.


    Ulrich Pickel (NZZ)


    Immerhin ein Lichtblick für die Lions: John Quenneville (links) lässt sich gegen die SCL Tigers als dreifacher ZSC-Torschütze feiern.

    Immerhin ein Lichtblick für die Lions: John Quenneville (links) lässt sich gegen die SCL Tigers als dreifacher ZSC-Torschütze feiern.

    Ennio Leanza / Keystone

    Der ganze schöne Masterplan läuft Gefahr, in sich zusammenzufallen. Mit einer Transferoffensive wollten die ZSC Lions Euphorie entfachen. Die aufgerüstete Mannschaft soll das Publikum nach den Corona-Geisterspielen des letzten Jahres wieder ins Hallenstadion locken. Und im Frühling, so der Traum, sollen die ZSC Lions den Titel gewinnen und anschliessend im Triumph von Oerlikon in ihre nagelneue Arena nach Altstetten umziehen. Gleichzeitig finden in der neuen Swiss Life Arena regelmässig Baustellenbesichtigungen statt, um die Leute möglichst früh zum Kauf einer Saisonkarte zu animieren.


    Einer wie Seger fehlt

    Wie sich jetzt zeigt, hat das Ganze aber einen Haken. Die Resultate enttäuschen, das Publikum strömt nicht in Massen wie vor der Pandemie herbei. Der da und dort gehörte Einwand, die mässigen Zuschauerzahlen seien im Zusammenhang mit der 3-G-Regel zu sehen, greift zu kurz. In erster Linie hat es sich herumgesprochen, dass die ZSC Lions sportlich den Erwartungen hinterherhinken. Die Fans ereifern sich über die unerwartet häufigen Niederlagen, die Vorfreude auf das neue Stadion rückt in den Hintergrund.

    Tatsächlich: Sieht man den Zürchern zu, fühlt sich das oft an, wie wenn ein Besuch beim Zahnarzt ansteht: Man möchte sich das eigentlich nicht antun. Selten hat man eine Mannschaft gesehen, die so wenig aus sich herausholt. So paradox es klingt: Darin liegt auch etwas Tröstliches. Es gibt enorm viel Luft nach oben, und Zeit für eine Kurskorrektur gibt es auch noch genug. Was aber überwiegt, sind die Zweifel. Sie werden nicht kleiner, wenn man zurückblickt. In der letzten Saison trat nach den Festtagen ein Leistungsabfall ein, der nie mehr ganz überwunden werden konnte. In dieser Saison setzte der Abschwung bereits im Herbst ein.

    Wenn sie verlieren, werden die ZSC Lions von ihren Gegnern nicht an die Wand gespielt, dafür sind sie dann doch zu gut. Trotzdem enden die Spiele in unschöner Regelmässigkeit mit einer Niederlage. Die Balance zwischen Angriff und Abwehr geht zu oft verloren.

    Es gibt zahlreiche potenzielle Leader im Kader. Zunächst Patrick Geering, der Captain. Er ist ein grundsolider Verteidiger, 31 Jahre alt, seit 2008 in der ersten Mannschaft. Zur altgedienten Lions-Crew gehören auch die Stürmer Reto Schäppi und Chris Baltisberger. Hinzu kommen Denis Hollenstein und der derzeit verletzte Simon Bodenmann. Und last but not least sitzen auch noch Sven Andrighetto, Denis Malgin und Yannick Weber in der Garderobe, Schweizer Nationalspieler mit NHL- und KHL-Erfahrung. Daneben gibt es auch noch ein Ausländer-Quintett, von dem jeder einen Anspruch auf eine Führungsrolle geltend machen kann.

    Individuelle Qualität gibt es in Hülle und Fülle, aber die Mischung stimmt nicht. Die Frage ist: Wer gibt die Richtung vor und sorgt intern dafür, dass alle auf Kurs bleiben? Hier wird es schwierig. Seit dem Rücktritt von Mathias Seger nach dem Meistertitel 2018 haben die ZSC Lions keine grosse Identifikationsfigur mehr, wie der Uzwiler eine war. Seger war Herz und Hirn des Teams, Dreh- und Angelpunkt, Anführer und Vaterfigur. Das Vakuum, das er hinterliess, konnte bis heute nicht gefüllt werden.

    Der Sportchef Sven Leuenberger ist der Architekt dieser Mannschaft. Er sagt: «Fragen wie die, ob es bei uns zu viele Häuptlinge gibt, mag ich nicht mehr hören. Wir haben so viele gute Spieler, weil wir wissen, dass man so Last und Verantwortung auf diverse Schultern verteilen kann.» Das Problem liegt laut Leuenberger darin, dass jeder denke, er müsse für den Unterschied sorgen. Die Spieler setzen sich unter Druck, werden hektisch, wenn es nicht nach Wunsch läuft – und stehen sich so letztlich selber im Weg, wovon nur der Gegner profitiert. «Wir müssen anfangen, uns zu vertrauen», so der Sportchef. Das bedeutet: Jeder soll einfach die ihm vorgegebene Rolle annehmen, ganz egal, ob in der ersten oder vierten Linie.

    Dieser Selbstfindungsprozess verläuft bis jetzt erstaunlich harzig. Und es ist sicher kein Zufall, dass Leuenberger in diesem Zusammenhang auch auf Seger zu sprechen kommt: «Er hätte am Schluss oft wütend sein können, wenn er bloss noch siebenter oder achter Verteidiger war. Aber er stellte sein persönliches Befinden nie in den Vordergrund. Er bewahrte die Ruhe, und so blieb es auch in der Mannschaft ruhig. Solche Dinge müssen wir jetzt lernen.» Befindet sich in seiner bisher schwierigsten Phase mit den Lions: der Headcoach Rikard Grönborg.

    Befindet sich in seiner bisher schwierigsten Phase mit den Lions: der Headcoach Rikard Grönborg.

    Alessandro Crinari / Keystone

    Nicht gegen Übereifer gefeit sind vor allem jene prominenten Lions, die noch nie Meister waren: Garrett Roe, Hollenstein, Andrighetto und Malgin. Diese Erfahrung fehlt auch Rikard Grönborg, der das Metier als langjähriger Verbandstrainer und zweifacher Weltmeister mit Schweden beherrschte, als Klubtrainer in seiner dritten Saison in Zürich aber erstmals in einer solch vertrackten Situation steckt.

    Die Argumente fehlen

    Das spricht den 53-Jährigen nicht von seiner Mitverantwortung für diesen enttäuschenden Herbst frei. Auch er ist Teil der Mannschaft. «Grönborg muss eine Lösung finden», sagt Leuenberger – und deutet die Richtung an, in der die ZSC Lions denken: Zuerst sollen sich die Spieler zusammenraufen. Gelingt dieser Prozess, löst sich die Trainerfrage von selber. Aber jede Niederlage geht auch auf Grönborgs Konto. Findet er keine Lösung, wird für ihn früher oder später das Unvermeidliche eintreten.

    Argumente, die für ihn sprechen, hat Grönborg zuletzt nur wenige sammeln können. Am Freitag unterlagen die Zürcher beim Aufsteiger Ajoie. Am Sonntag immerhin gewannen sie gegen die SCL Tigers, wobei deren Goalie Robert Mayer mit zwei haarsträubenden Fehlern tatkräftig mithalf. Grönborg kann das egal sein. Er hat auch so genug zu tun.

  • Wenn man das so liest, was Pickel und Leuenberger so sagen, hat die Mannschaft ein Ego Kabinenproblem.

  • Man kann sich schon die Frage stellen, weshalb anerkannte (wie Grönborg und Wallson in Zürich) oder angeblich aufstrebende (wie Lundskog in Bern) schwedische Hockeyversteher mit ihrer Philosophie oft Mühe bekunden hierzulande. OK, in Bern gibt es so viele andere Baustellen, dass man nicht wie üblich zuerst auf den Trainer schiessen sollte. Ob es aber als "Ungeduld" bezeichnet werden kann, wenn nach 3 Monaten Eistraining irgendwelche Anzeichen einer Handschrift des Trainers erwartet werden, welche den zugegebenermassen limitierten Skills der Truppe entsprechen?


    Ob in Zürich oder Bern hört man seitens der Spieler überwiegend nur das Beste über die schwedischen Übungsleiter - modern, die Spieler einbeziehend, kommunikativ etc. etc. tönt es lobend allenthalben. Klar ist, dass mit der "heutigen Jugend" bzw. in der heutigen Zeit nicht (mehr...) im Kasernenhof-Ton und (allzu...) autoritärem Führungsstil agiert werden kann. Ob Hartley, dem man dies noch am ehesten zuschrieb, oder Crawford wirklich einen solchen oder zumindest ähnlichen Führungsstil pflegten, ist die Frage. Wobei gerade bei Hartley der Bogen von wegen dem Erfolg um den Preis einer raschen "Abnutzung" der Beziehungen zum Team elegant geschlagen werden kann. Ob sich das in der Realität wirklich so gefügt hat, wie gerne behauptet wird, ist die andere Frage. Keine Frage ist jedoch, dass Hartley praktisch überall Erfolg hat, wo er hinkommt. Auch wenn er offenbar nicht der Typ für ein mehrjähriges Engagement und die "Entwiclung" oder den "Aufbau" eines Teams ist. Immerhin hatte er Cunti aus der Versenkung geholt, welcher unter Hartley seine beste Zeit hatte.


    Beliebt ist auch die These, wonach die CH-Spieler (angeblich...) nicht mit der Selbstverantwortung umgehen könnten, die ihnen die schwedische Philosophie überträgt. Und damit ist nicht gemeint, dass man im Training statt 20 nur 10 Liegestützen macht, sondern dass auf dem Eis situativ und ohne "Schablone" die richtigen Entscheide getroffen werden. Offenbar funktioniert das in Schweden besser, was automatisch zur Vermutung führt, dass dort diese Philosophie quasi "von Kindsbeinen" an gefordert und gefördert wird. Währenddem ich bei uns vermute, dass eher andere Werte gepredigt werden, nämlich dass Individualität und Kreativität egoistisches Teufelswerk seien, und nur das brave Einordnen in eine disziplinierte, vorgegebene Spielorganisation den Hockeygöttern wohlgefällig sei. Ist nur Vermutung und Schwadroniererei, aber irgend einen Grund muss es doch geben?


    Im Gegensatz zum SCB kann man beim ZSC ja nicht behaupten, dass die individuellen Skills nur für "Schablone" reichen würden. Vielmehr besteht die Befürchtung, dass das schiere Übermass an Qualität - quasi ein zu reichhaltiges Gemisch - den Motor stottern lasse. Und eben, auf dem Papier passt ein Trainer wie Grönborg, der mit den schwedischen Stars Erfolg hatte, nicht schlecht zu einem vor hochkarätigen Spielern nur so strotzenden CH-Team. Aber eben, es sind 2 Monate gespielt, und die üblichen "Herbstmeister" sind ganz oben anzutreffen. Wie es im Februar und März aussehen wird, ist eine andere Sache.

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