Liegt wohl eher an der Berichterstattung, und selbst dort handelt es sich beim genaueren Hinsehen wohl hauptsächlich um den Eismeister, der in der oberen Leventina den Gegenentwurf zu den Grossklubs gefunden zu haben glaubt, bzw. damit zumindest die Hockeyromantiker abholen will. Im Gegensatz zu früheren Jahren macht man in Ambri zweifellos vieles besser, hat aber eben auch den Vorteil, dass positives medial herausgestrichen wird, währenddem über anderes gnädig der Mantel des Schweigens gehüllt wird. Etwa dass, Kloten im Schwunge des Aufstiegs letzte Saison weiter gekommen ist als Ambri. Oder wie es die Vorredner auch schon auf den Punkt gebracht haben: Man mag die Kleinen einfach besser als die Grossen. Wie sich Interessen und Zuschauerverhalten in Zukunft entwickeln werden, ist jedoch ungewiss. Reichen die raren Highlights, etwa in Form eines Spenglercup-Sieges oder einer Play-off Qualifikation, evtl. sogar mit einem überraschenden Weiterkommen, um das Zuschauerinteresse zu erhalten? Oder ist plötzlich „Kult“ nicht mehr ausreichend, um Durststrecken zu überwinden? Schaut man auf den Fussball, scheint Chancenlosigkeit kein wirklicher Bremser zu sein, selbst wenn der Vergleich etwas hinkt. Denn im Fussball gibt‘s noch Wettbewerbe, für die man sich qualifizieren kann, selbst wenn der Meistertitel unerreichbar ist. Dieses Standing hat die CHL im Hockey nicht. In Ambri scheint das Zuschauerinteresse ungebrochen, in Langnau hat man hingegen auch schon bessere Zeiten gesehen, trotz eines positiver als erwartet verlaufenen „Neuanfangs“ mit ähnlicher „Swissness“ bei Trainer und Sportchef wie bei Ambri. Wenigstens chronistenmässig ist der Eismeister aber um Ausgleich bemüht.
Doch, Ehre wem Ehre gebührt. Ambri ist im Schweizer Hockey schon irgendwie "Kult". Waren wir ja auch. Aber "Kult" kannst du nur werden, wenn
du mehr verlierst als gewinnst. Ergo = Loser-Truppe. Sag ich ja.