Weisch no?
Aussenbahn
GC und die Schadenfreude
(wie)
Und dann jährt sich an diesem 6. Dezember ein weiteres Ereignis zum 20. Mal. Ganz so exakt wie beim Nein zum EWR lässt sich das zwar nicht sagen, trotzdem darf man davon ausgehen, dass sich auch in diesem Fall eine Mehrheit der Schweizer über das Resultat freute. Sicher jedenfalls, wer Fussball-, aber nicht GC-Fan war. Was damals für recht viele galt in der Schweiz. Denn die zwei Buchstaben standen für Geld und Macht und Siege in Serie und gaben ein wunderbares Feindbild ab.
Vielleicht muss man dabei gewesen sein, um das zu begreifen: Das Lieblingsteam eines damals Halbwüchsigen von 15 Jahren bestreitet ein Heimspiel, er ist vor Ort. Doch Gegner und Ergebnis könnten nicht unbedeutender sein, was nämlich hängen bleibt, ist einzig der nervöse Blick auf den Totomaten, das Fixieren von Spiel Nummer 2 an diesem Sonntagnachmittag: YB - GC im alten Wankdorf. Und wie die Tafel in der Schlussphase plötzlich auf 2 gedreht wird, auf 2:1 für YB. Der Pole Piotr Nowak traf in der 82. Minute, wird es später heissen. GC muss in die Auf-/Abstiegsrunde, und aus der Vergangenheit weiss der Teenager nur zu gut, wie sich das anfühlt.
Bei GC aber stellt er es sich noch eine Spur schlimmer vor, und das entschädigt für vieles. Es ist in dieser Saison ja ein grosses GC. Das GC mit Wunderstürmer Giovane Elber, der von der AC Milan kam, damals der beste Club der Welt. Das GC mit Spielern wie Brunner, Bickel oder Gren, mit Jungstars wie Sutter, Sforza oder Vega. Mit dem holländischen General Beenhakker an der Seitenlinie. Und keiner dieser Grössen erkannte drüben im Wankdorf, dass ihnen für die Finalrunde ein Unentschieden gereicht hätte. Stattdessen stürmt GC in den Abstiegskampf. Die Schadenfreude könnte kaum grösser sein. Ohne die Zürcher wird es ein schöner, meisterlicher Frühling.
Natürlich schlug das Imperium fürchterlich zurück. In der Abstiegsrunde schoss GC in 14 Spielen 42 Tore und schaffte den Ligaerhalt ohne grössere Probleme. 1995 und 1996 wurde GC Meister und erreichte als erste Schweizer Mannschaft die Champions League. Und der Verein des damals Schadenfreudigen verlor wieder so unerschütterlich jeden Match gegen die Grasshoppers wie vor dem 6. Dezember 1992.
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