Saisonvorschau 2020/2021

  • Habe das Beispiel von der Katze sicher schon einmal aufgeführt:


    Wenn man zu Hause eine Katze hat und direkt an der Strasse wohnt, würde man das Tier am liebsten gar nie raus vor die Türe lassen, weil es einfach zu gefährlich ist.

    Düfte die Katze aber entscheiden, ob sie lieber ihr Leben lang in der Wohnung rumhängt und dafür alt und grau wird oder ob sie das Risiko auf sich nehmen soll, eines Tages blöderweise überfahren zu werden, dafür darf sie jeden Tag durchs Quartier "strielen", Mäuse jagen und andere Katzen treffen - für welche Variante würde sie sich wohl entscheiden?

    Schrödingers Katze?:mrgreen:

  • Natürlich ist eine Hockeyhalle üblicherweise etwas "luftiger" als ein Club / eine Disco, aber die Risikofaktoren sind ähnlich.

    • Im Normalfall sitzen / stehen die Leute dicht an dicht
    • Es ist oft laut, und wer sich unterhalten will, muss den Gesprächspartner praktisch anschreien - mit entsprechendem "Ausstoss". Die Masken mildern diesen zwar etwas ab, aber sind keineswegs "dicht" und wohl auch nicht auf dieses Szenario ausgerichtet. Gleiches gilt wenn (hinter der Maske) lauthals über den Schiri geflucht wird oder ein Torgebrüll fällig ist.
    • Bei den Sitzplätzen weiss man zwar, wer wo sitzt, aber z.B. in Bern wären sogar die abtempierten Distanzregeln nur einzuhalten, wenn höchstens jeder 3e Platz besetzt wäre. Stehplätze gäbe es nicht; dort müssten temporär Sitzplätze installiert werden.
    • Stadionrestaurants haben meistens nicht Dimensionen, wo man Abstandsregeln einhalten könnte, und gleichzeitig noch rentabel gewirtschaftet werden kann. Food- & Gesöffstände kann man kaum öffnen, ohne nicht Detachement Securitas abzustellen, um den Mob im Zaum zu halten.

    Von dem her sind selbst moderate Schutzmassnahmen an einem Hockeyspiel kaum einzuhalten. Zudem kann man Dinge wie "Rücksicht auf andere" oder "Selbstverantwortung" bei einem nicht kleinen Teil der lieben MitbürgerInnen gleich vergessen, wie die Bilder und Vorkommnisse der Wochen seit Ende Lockdown zeigen. Und dann kann man noch die Punkte aufwärmen, welche man schon im Frühling (Play-off's ja oder nein) diskutiert hat. Was passiert, wenn sich in einem Klub plötzlich mehrere Spieler infiziert haben? Spielt man dann à la FCZ mit dem Nachwuchs weiter?


    Wirklich realistisch sehe ich das irgendwie nicht. Ausser natürlich man wendet das vorgenannte "Katzenbeispiel" an.

  • Sehe ich ähnlich wie du Iceman.

    Aber schlussendlich wird's darauf hinauslaufen, bei welcher Variante die Clubs am wenigsten Verlust erwirtschaften

    werden. Auch wenn es dann tatsächlich dazu führen könnte, dass - analog FCZ - ganz junge Spieler eingesetzt werden

    müssten und somit die Meisterschaft/Playoff eine kleine Farce werden.

  • Wenn sie sagen wir mal 1/3 der Stadionkapazität nutzen dürfen werden ausgeloste SK Inhaber zugelassen, zusätzliches Geld mit Einzeltickets verdienen sie nicht. Die Einnahmen aus der Gastro fallen komplett weg (spielt beim ZSC keine Rolle). Denke nicht das die Clubs so eine Saison überstehen. Im Winter werden die Corona Zahlen wieder steigen, und vor Ende Saison ist das Ganze eh nicht vorbei. Trübe Aussichten!

  • Sollte das Virus nicht irgendwann so zurückgedrängt werden können, dass wir wieder ein einigermassen normales Leben wie zuvor führen können, wird es sich trotzdem irgendwann durchsetzen, dass man einfach gewisse Risiken eingeht, weil es sonst nicht "lebenswert" ist.

    es ist ja schon so zurückgedrängt, dass wir ein normales leben führen könnten! aber immer noch mehr als die hälfte der bürger wollen das gar nicht. nimmt mich wunder, wie lange die panik- und hysteriemasche der politiker und medien noch zieht.
    solange diese funktioniert werden wir mit masken rumrennen und sport am tv schauen!


    denn wie sagte doch larry so schön in einem post: „das virus ist gekommen um zu bleiben!“



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  • es ist ja schon so zurückgedrängt, dass wir ein normales leben führen könnten!

    Ist es eben genau nicht...


    Seit dem letzten Lockerungsschritt führen wir noch lange kein "normales Leben wie früher", trotzdem sind die Fälle in kurzer Zeit von einer einstelligen Zahl wieder auf fast 150 hochgeschnellt. Ich will nicht wissen, wie das ausgesehen hätte, wenn man Anfang Juni wieder alles so erlaubt hätte wie es noch Anfang Jahr war...

  • Ist es eben genau nicht...


    Seit dem letzten Lockerungsschritt führen wir noch lange kein "normales Leben wie früher", trotzdem sind die Fälle in kurzer Zeit von einer einstelligen Zahl wieder auf fast 150 hochgeschnellt. Ich will nicht wissen, wie das ausgesehen hätte, wenn man Anfang Juni wieder alles so erlaubt hätte wie es noch Anfang Jahr war...

    danke für diese antwort, bestätigt sie doch genau das was ich sage!


    die zahlen sind tatsächlich von +/-20 auf +/-150 gestiegen. bei 8,5 millionen einwohnern also von gar nichts auf nichts. du könntest wahrscheinlich gar nicht mehr schlafen, wenn du wüsstest, dass die tatsächliche ansteckungsrate mind. 10x höher ist als die vom bag veröffentlichten zahlen. aber da symptomlos, auch keine tests und somit auch keine zahlen!


    trotzdem reicht eine zeitungsschlagzeile: „zahlen steigen wieder markant“ und die über 50% die ich meine, verfallen sofort wieder in den panikmodus und lassen alles, wirklich alles mit sich machen.


    zurück zum fred saisonvorschau: solange eine mehrheit so irrational unterwegs ist, vergesst alles, was ihr bis februar 2020 gekannt und geschätzt habt! es gibt keine zuschauer in den stadien, nichts nada! alles geschichte! und wenn, dann ein paar wenige, selbstverständlich mit praktisch null catering. und zwar nicht nur bis ende saison, nein, für immer und ewig!


    denn: covid19 infektionszahlen wird es immer geben, immer! mal mehr, mal weniger. mehr werden es jetzt dann wieder im herbst/winter, alles unter 500 würde mich überraschen. also zahlen, inkl. mortalitätsraten, welche seit jahrzehnten durch influenza jährlich verursacht werden. zahlen, welche auch bei covid19 nur marginal mit dem verhalten der leute, viel mehr mit den natürlichen saisonalen schwankungen zu tun haben. trotzdem wird das panikorchester bei +/-500 neuinfektionen nach einem lockdown schreien...



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  • NZZ: Leben mit dem Virus: Viel Vergnügen!


    Vorbei ist es mit der Solidarität. Die Leute wollen wieder Spass. Manche stilisieren ihren Leichtsinn gar zum Akt des zivilen Widerstands.


    Konrad Paul Liessmann

    14.07.2020, 05.30 Uhr


    Wenn der Eindruck nicht täuscht, ändern wir gerade wieder einmal unsere Einstellung zu Leben und Tod. Waren angesichts der ausbrechenden Corona-Pandemie vor wenigen Monaten Angst und Panik die vorherrschenden Emotionen, scheint sich nun eine neue Sorglosigkeit breitzumachen. Obwohl die Gefahr nicht gebannt ist, weder Medikamente noch Impfungen bereitstehen, stossen die ohnehin nur mehr rudimentär empfohlenen Vorsichtsmassnahmen zunehmend auf Unverständnis. Die Deutungshoheit ist von den Virologen auf die Psychologen und Verhaltensökonomen übergegangen, die uns eindringlich darauf hinweisen, dass der Mensch keinesfalls längere Zeit ohne Partys, Feste, Alkoholexzesse, kollektive Ekstasen, Reisen und Ferien am Meer auskommen kann.


    Eine neue Kaltschnäuzigkeit

    Natürlich versteht man die Sorgen der Tourismusindustrien und Gaststätten, und eine ernsthafte Debatte, wie den sozialen und ökonomischen Folgen der Krise zu begegnen sei, ist notwendig. Deshalb den Konsum zur ersten Menschenpflicht zu erklären, scheint doch etwas übertrieben zu sein. Immerhin wird uns dadurch klargemacht, worin wir den eigentlichen Sinn unseres Lebens zu sehen haben: Verbrauchen sollst du! Sollst verbrauchen!


    Der mentale Sinneswandel, der sich nun abzeichnet, ist dennoch erstaunlich. Unsere Präferenzen ändern sich rascher, als es sich Friedrich Nietzsche, der grosse Umwerter aller Werte, je hatte träumen lassen. Aus der vielbeschworenen Solidarität der ersten Stunden, aus der gegenseitigen Rücksichtnahme im Dienste der Gesundheit aller ist eine neue Kaltschnäuzigkeit geworden, die das Recht auf uneingeschränkten Spass gegen die Beachtung noch der simpelsten hygienischen Standards auszuspielen weiss.


    Dass nach allem, was wir mittlerweile wissen, die hartnäckigen, ja gehässigen Diskussionen über die Wirksamkeit des Nasen-Mund-Schutzes fortgesetzt werden, dass die Aufforderung, in bestimmten Räumen und Situationen Masken zu tragen, als Eingriff in die persönliche Freiheit gilt und vorsichtige Menschen als Feiglinge betrachtet werden, ist irritierend. Im vollen Wissen eines positiven Befundes eine Bar oder eine fröhliche Gesellschaft aufzusuchen und dabei ein potenziell gefährliches Virus zu verbreiten, ist auf dem besten Wege, zu einem sozial akzeptierten Verhalten zu werden. Leben mit dem Virus, lautet die dazugehörige Parole. Manche stilisieren solchen Leichtsinn sogar zu Akten des zivilen Widerstands. Wer hechelnd drängelt, darf sich als Freiheitskämpfer fühlen. Weit haben wir es gebracht. Einige Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, die vielleicht lästig sein mögen, aber niemanden wirklich einschränken, scheint uns schon zu viel verlangt. Von der wortreich beschworenen Selbstverantwortung bleibt in der Realität nichts übrig als das Selbst.


    Resilienz ist nur ein Schlagwort

    Man kann das durchaus verstehen. Die moderne Gesellschaft ist nicht für längere Phasen der Unsicherheit geschaffen. Resilienz ist nur ein Schlagwort, mehr nicht. Krisen machen uns, im Gegensatz zu einer verbreiteten Ideologie, nicht innovativ, sondern konservativ. Trotzig fordern wir die sofortige Rückkehr zum Status quo ante! Das Ansinnen, auf etwas, und sei es nur für eine begrenzte Zeit, zu verzichten, kollidiert mit einem seit langem propagierten Anspruchsdenken. Goethes «Entbehren sollst du! Sollst entbehren!» überlassen wir gerne seinem frustrierten Faust, mit uns hat das nichts mehr zu tun. Also dann: Hinein ins Menschengewühl, für prickelnde Spannung ist jedenfalls gesorgt. Risikosportarten erübrigen sich in diesem Sommer, es genügen die biederen Strandferien, um sich als Held zu fühlen. Manche werden vielleicht auf der Strecke bleiben, aber das darf die Stimmung nicht mehr trüben. Viel Vergnügen!


    :applaus::applaus:

  • zurück zum fred saisonvorschau: solange eine mehrheit so irrational unterwegs ist, vergesst alles, was ihr bis februar 2020 gekannt und geschätzt habt! es gibt keine zuschauer in den stadien, nichts nada! alles geschichte! und wenn, dann ein paar wenige, selbstverständlich mit praktisch null catering. und zwar nicht nur bis ende saison, nein, für immer und ewig! denn: covid19 infektionszahlen wird es immer geben, immer!

    Irgendwann können all die Airlines nicht mehr mit Kohle der Regierungen gestützt werden, irgendwann ist jeder Ort auf der Welt der vom Tourismus lebt pleite und mit ihm alle Leute die dort leben. Irgendwann müssen alle Länder zurück zum Normalbetrieb. Nur scheint der Moment noch nicht gekommen zu sein. Die DDR Mutti will ihre Bürger nun einsperren, hat sie in ihrer alten Heimat ja nicht anders gekannt.


    https://www.20min.ch/story/mer…severbot-aus-996347325000


    Irgendwann werden die Leute genug davon haben! Irgendwann......

  • Irgendwann können all die Airlines nicht mehr mit Kohle der Regierungen gestützt werden, irgendwann ist jeder Ort auf der Welt der vom Tourismus lebt pleite und mit ihm alle Leute die dort leben. Irgendwann müssen alle Länder zurück zum Normalbetrieb. Nur scheint der Moment noch nicht gekommen zu sein. Die DDR Mutti will ihre Bürger nun einsperren, hat sie in ihrer alten Heimat ja nicht anders gekannt.


    https://www.20min.ch/story/mer…severbot-aus-996347325000


    Irgendwann werden die Leute genug davon haben! Irgendwann......

    dieses irgendwann war bei mir anfang/mitte april erreicht! :rofl:


    du und ich sind uns bewusst auf was für ein desaster wir zusteuern wenn es so weiter geht. bei einigen habe ich allerdings das gefühl, dass sie davon ausgehen, dass sich das system von selber ernährt. notfalls durch die notenpresse der national- bzw. zentralbanken. wird für einige ein böses erwachen geben...



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  • ob es durch unendlichen Wachstum / Konsumation viel besser und immer so weitergegangen wäre, ist eine andere Frage (für einen anderen Fred, in dem Du aber nicht mehr schreibst :)

    solange das Volk nicht rebelliert und die Politik die Wirtschaft (mit der EU und Notenpresse) bestimmt, solange wird sich der Ballon bis zum Platzen aufblähen. Je länger es dauert, desto heftiger das Erwachen...

    Aber es ist nicht die Corona Schuld, die aktuelle Situation hat es einfach um einiges verschnellert/vergrössert!

    ...das eigentliche Problem begann bereits nach der letzten Krise.

  • ob es durch unendlichen Wachstum / Konsumation viel besser und immer so weitergegangen wäre, ist eine andere Frage (für einen anderen Fred, in dem Du aber nicht mehr schreibst :)

    solange das Volk nicht rebelliert und die Politik die Wirtschaft (mit der EU und Notenpresse) bestimmt, solange wird sich der Ballon bis zum Platzen aufblähen. Je länger es dauert, desto heftiger das Erwachen...

    Aber es ist nicht die Corona Schuld, die aktuelle Situation hat es einfach um einiges verschnellert/vergrössert!

    ...das eigentliche Problem begann bereits nach der letzten Krise.

    natürlich wäre es nicht so weitergegangen. natürlich wäre die blase geplatzt, aber ziemlich sicher etwas sanfter.


    ich bin ja auch der letzte, der das jetzige system gut findet. aber einen langsamen umbau in richtung gerechteren kapitalismus, hätte mir wesentlich besser gefallen, als mit maske rumzulaufen und nicht ins stadion zu dürfen. abgesehen davon, dass jetzt genau gar nichts besser oder gerechter wird, im gegenteil!



    Gesendet von iPhone mit Tapatalk

  • [quote='larlf','https://forum.zscfans.ch/thread/2660-saisonvorschau-2020-2021/?postID=125833#post125833']

    gut, von dem Gedanken einer gerechten Welt habe ich mich schon länger verabschiedet. Der Mensch ist auch nur ein Tier und der Stärkere gewinnt...

    [/quote]

    Gerechte Welt?
    Sollten wir nicht fordern; nicht msl darüber sinnieren. Wir würden nur verlieren. Und das wollen die (wir), die haben, sicher nicht ...

  • das mit dem verlieren wäre wohl korrekt, aber das heisst ja nicht, dass ich damit ein Problem hätte: ich war schon in einigen armen Ländern unterwegs und habe dort die grösste Gastfreundschaft erlebt. Diejenigen welche praktisch nichts hatten, wollten es noch mit einem Teilen!

    Ich weiss, dass wir hier in der Schweiz privilegiert sind und ich mit meinem Kopfarbeits-Job den Luxus habe, dass meine Frau nicht arbeiten muss und sich um unsere Kinder kümmern kann.

    Aber ich verstehe nicht, weshalb andere, die körperlich ein vielfaches mehr als ich leisten, weniger Geld verdienen und solche, die keine Skrupel haben, andere einfach so abzocken.

    Aus meiner Sicht gibt es leider immer ein (oder mehrere) AK, welche nicht wissen, wie blöd man tun muss und versuchen andere, schwächere auszunutzen. Deshalb habe ich diesen Gedanken beerdigt, auch wenn ich es versuche meinen Kindern anders beizubringen/vorzuleben...

    Aber wenn wir zurück zum eigentlich Fred kommen möchten:

    Klar, aus Sicht vom Eishockey und dem geliebten Z: da brauche ich absolut keine Gerechtigkeit (Gehaltsobergrenze oder ähnliches), mir können es nicht genug Meisterfeiern sein :zsc:

  • [quote='Mirko','https://forum.zscfans.ch/thread/2660-saisonvorschau-2020-2021/?postID=125825#post125825']

    NZZ: Leben mit dem Virus: Viel Vergnügen!


    Vorbei ist es mit der Solidarität. Die Leute wollen wieder Spass. Manche stilisieren ihren Leichtsinn gar zum Akt des zivilen Widerstands.


    Konrad Paul Liessmann

    14.07.2020, 05.30 Uhr


    Wenn der Eindruck nicht täuscht, ändern wir gerade wieder einmal unsere Einstellung zu Leben und Tod. Waren angesichts der ausbrechenden Corona-Pandemie vor wenigen Monaten Angst und Panik die vorherrschenden Emotionen, scheint sich nun eine neue Sorglosigkeit breitzumachen. Obwohl die Gefahr nicht gebannt ist, weder Medikamente noch Impfungen bereitstehen, stossen die ohnehin nur mehr rudimentär empfohlenen Vorsichtsmassnahmen zunehmend auf Unverständnis. Die Deutungshoheit ist von den Virologen auf die Psychologen und Verhaltensökonomen übergegangen, die uns eindringlich darauf hinweisen, dass der Mensch keinesfalls längere Zeit ohne Partys, Feste, Alkoholexzesse, kollektive Ekstasen, Reisen und Ferien am Meer auskommen kann.


    Eine neue Kaltschnäuzigkeit

    Natürlich versteht man die Sorgen der Tourismusindustrien und Gaststätten, und eine ernsthafte Debatte, wie den sozialen und ökonomischen Folgen der Krise zu begegnen sei, ist notwendig. Deshalb den Konsum zur ersten Menschenpflicht zu erklären, scheint doch etwas übertrieben zu sein. Immerhin wird uns dadurch klargemacht, worin wir den eigentlichen Sinn unseres Lebens zu sehen haben: Verbrauchen sollst du! Sollst verbrauchen!


    Der mentale Sinneswandel, der sich nun abzeichnet, ist dennoch erstaunlich. Unsere Präferenzen ändern sich rascher, als es sich Friedrich Nietzsche, der grosse Umwerter aller Werte, je hatte träumen lassen. Aus der vielbeschworenen Solidarität der ersten Stunden, aus der gegenseitigen Rücksichtnahme im Dienste der Gesundheit aller ist eine neue Kaltschnäuzigkeit geworden, die das Recht auf uneingeschränkten Spass gegen die Beachtung noch der simpelsten hygienischen Standards auszuspielen weiss.


    Dass nach allem, was wir mittlerweile wissen, die hartnäckigen, ja gehässigen Diskussionen über die Wirksamkeit des Nasen-Mund-Schutzes fortgesetzt werden, dass die Aufforderung, in bestimmten Räumen und Situationen Masken zu tragen, als Eingriff in die persönliche Freiheit gilt und vorsichtige Menschen als Feiglinge betrachtet werden, ist irritierend. Im vollen Wissen eines positiven Befundes eine Bar oder eine fröhliche Gesellschaft aufzusuchen und dabei ein potenziell gefährliches Virus zu verbreiten, ist auf dem besten Wege, zu einem sozial akzeptierten Verhalten zu werden. Leben mit dem Virus, lautet die dazugehörige Parole. Manche stilisieren solchen Leichtsinn sogar zu Akten des zivilen Widerstands. Wer hechelnd drängelt, darf sich als Freiheitskämpfer fühlen. Weit haben wir es gebracht. Einige Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, die vielleicht lästig sein mögen, aber niemanden wirklich einschränken, scheint uns schon zu viel verlangt. Von der wortreich beschworenen Selbstverantwortung bleibt in der Realität nichts übrig als das Selbst.


    Resilienz ist nur ein Schlagwort

    Man kann das durchaus verstehen. Die moderne Gesellschaft ist nicht für längere Phasen der Unsicherheit geschaffen. Resilienz ist nur ein Schlagwort, mehr nicht. Krisen machen uns, im Gegensatz zu einer verbreiteten Ideologie, nicht innovativ, sondern konservativ. Trotzig fordern wir die sofortige Rückkehr zum Status quo ante! Das Ansinnen, auf etwas, und sei es nur für eine begrenzte Zeit, zu verzichten, kollidiert mit einem seit langem propagierten Anspruchsdenken. Goethes «Entbehren sollst du! Sollst entbehren!» überlassen wir gerne seinem frustrierten Faust, mit uns hat das nichts mehr zu tun. Also dann: Hinein ins Menschengewühl, für prickelnde Spannung ist jedenfalls gesorgt. Risikosportarten erübrigen sich in diesem Sommer, es genügen die biederen Strandferien, um sich als Held zu fühlen. Manche werden vielleicht auf der Strecke bleiben, aber das darf die Stimmung nicht mehr trüben. Viel Vergnügen!


    :applaus::applaus:

    [/quote]

    finde ich einen sehr guten artikel!


    hätte sich der schreiber aber für einen killervirus aufsparen sollen. für einen virus, bei dem jung und alt, krank und gesund im rekordtempo infiziert werden und wie die fliegen tot vom stängeli fallen. covid19 ist ein etwas agressiverer virus aus der corona und influenza familie, nicht mehr und nicht weniger. zugegeben, für einige wenige betroffene, mit schwerwiegenderen konsequenzen als eine grippe.


    schon seit jahrzehnten leben wir ganz gut zusammen mit corona und influenza viren, ohne hysterie und einschränkungen. aber kein wunder, kam doch bisher auch kein mensch auf die idee die fall- und todeszahlen von corona und influenza täglich zu kommunizieren...würden wir nur schon damit aufhören, hätten wir in kürze unser leben zurück! denn ohne die täglich kommunizierten zahlen und die künstliche geschürte panik und hysterie, würdest du von covid19 soviel merken, wie du von einer grippewelle merkst.



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  • habe mir soeben das sportpanorama von gestern angesehen. bin überrascht von getto, mir gefällt der typ! einer der das grossmünster auf seinem körper trägt, ist eh en geile siech. ich habe es auf der schulter tatöwiert...:mrgreen:


    seine ganze vorstellung, hat bei mir tatsächlich vorfreude auf die eishockeysaison ausgelöst. hatte ich zum letzten mal vor über 15 jahren. damals auch zum letzten mal mit saisonkarte, dieses jahr auch wieder mit saisonkarte! die verantwortlichen kamen doch ziemlich optimistisch rüber betreffend zuschauer. klar, verhalten optimistisch, aber immerhin.


    es kommt mir in etwa vor wie beim zürcher stadionbau. während die fussballer wie der elefant im porzellanladen auftreten und heute noch aufs stadion warten, ist das zsc stadion bereits im bau. genauso denke ich, dass eishockeyverband und eishockeyclubs andere/bessere strategien in der schublade haben als die fussballer.


    fairerweise muss man schon auch sagen, dass die eishockeyaner massiv mehr zeit hatten für die ausarbeitung eines schutzkonzepts und das die zeit bzw. der verlauf von covid 19 generell auch fürs eishockey arbeitet.


    ps. wenn man keine gästefans reinlässt, nur sitzplätze mit personifizierten tix erlaubt, kannst du die halle auch füllen. dann brauchts keine 60% regel. zumindest in zürich mit nur sitzplätzen.



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  • Wobei ich die Situation für Indoor wesentlich problematischer einschätze; als für Outdoor; auch die an- und wegreise, wie auch die Situation beim Eingang dünkt mich in der Halle schwieriger, als im Letzi.


    Eigentlich bin ich für Fussball zuversichtlicher, als für Eishockey ...

  • Wobei ich die Situation für Indoor wesentlich problematischer einschätze; als für Outdoor; auch die an- und wegreise, wie auch die Situation beim Eingang dünkt mich in der Halle schwieriger, als im Letzi.


    Eigentlich bin ich für Fussball zuversichtlicher, als für Eishockey ...

    ist sicher so! studien zeigen klar, dass outdoor ansteckung fast ausgeschlossen werden kann. wäre dem nicht so, wären die fallzahlen explodiert vor einem monat nach all den demos und partygängern, welche sich nach mitternacht auf der strasse versammelten.


    darum finde ich es auch gut, wird eishockey indoor gespielt. grundsätzlich traue ich den eishockeyanern intelligenteres vorgehen zu als den fussballern. auch wenn das jetzt wieder nach verschwörungstheorie tönt: nie unterschätzen, welchen einfluss zb. ein walti frey hat mit seinem netzwerk, verglichen mit einem canepa...



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