• Offizieller Beitrag

    Und dann gibt es eben noch die bittere Wahrheit, dass es viele Frauen darauf anlegen, sich mit einem Celeb reich zu fixxxx. Eben gerade WEIL die Repuation eines sogenannten Stars wichtig ist. Also geht man vor Gericht, erzielt einen Vergleich (der den Star immer als irgendwie "schuldig" dastehen lässt) und kassiert ab.

    Klar gibt es viele Frauen, die effektiv ausgenutzt wurden. Schamlos, berechnend und denen ganz ganz schlimme Gewalt (physisch UND psychisch) angetan wurde. Nur eben, es gibt halt beide Seiten.

    Und wenn du als FCZ einen fucking Weltmeister im besten Fussballalter verpflichtest, dann ist doch 100% klar, dass die hässlichen Geschichten zum Vorschein kommen UND thematisiert werden.

    Wieder einmal zeigt sich, dass die Herren Canepa und Co. PR-mässig einfach Luschen sind. Nicht mehr - nicht weniger. Es ist ihr verdammter Job zu wissen, was
    auf sie zukommt wenn sie einen Mendy verpflichten.

    Meine Meinung: Darf man ihn wegen den Geschichten nicht verpflichten? Hmmm..... aus meiner Sicht darf man das schon. Denn: Vor dem Gesetzt ist er freigesprochen worden. Nur: Wenn man es tut, dann geht man in die Offensive und spricht auch über die "dunklen Seiten". Von sich aus, proaktiv.

    Und noch eine kurze Anmerkung: Die jetzige Kommunikation, in welcher sie/der FCZ mitteilen, dass sie mit der Frauenzentrale im Austausch sind und dies auch besprochen haben (im Nachhinein!) .... ist ziemlich gut. Nur eben, warum nicht im sogenannten "driver's seat" bleiben und von sich aus das tun? Tja, ........

    • Offizieller Beitrag

    AC fliegen seine eigenen Worte um die Ohren und seine Werte, werden hinterfragt.

    "Wir dulden keine Diskriminierung."
    Ist Mandys verhalten gegenüber Frauen "verachtend"/diskriminierend (ist nicht unbedingt rechtlich strafbar, aber ...)?

    "Es gibt bei uns eine rote Linie; wenn die überschritten wird, reagieren wir."

    Ein Weggang nach Vertragsschluss ohne Ablöse ist ein Überschreiten, abwertendes Machtverhalten gegenüber Frauen (nicht strafbar) liegt noch innerhalb der roten Linie, oder ist für AC (oder den FCZ) nicht diskriminierend. Das ist das einfache Fazit der Geschichte.

    • Offizieller Beitrag

    Ob in der Frauenzentrale auch viele Frauen sind, die sich mit reichen Promis eingelassen haben und dann schlecht behandelt wurden, wage ich zu bezweifeln.

    Vermischt man da nicht Sachen, einfach weil die Betroffenen das gleiche Geschlecht haben?

    Schoso. Aber ist sicher nicht schlecht, wenn du als FCZ auf die Frauenzentrale zugehst, wenn du einen Spieler wie Mendy zu dir holst.
    Nochmals, kein Mensch weiss was wirklich passiert ist. Und ob man einen solchen Spieler verplichten soll/muss als FCZ muss jeder
    selber entscheiden. Aber PR-technisch ist das einfach wieder nur schwach vom FCZ, wie sie das ganze "moderiert" haben.

    • Offizieller Beitrag

    da gibts nichts zu moderieren!

    es geht nicht darum, ob mendy ein vergewaltiger oder sonstiges sexmonster ist. es geht auch nicht darum, ob frauen versucht haben seinen status und seine finanziellen möglichkeiten bewusst auszunutzen.

    es geht darum, dass unsere gesellschaft an einem punkt angekommen ist, an dem die forderung zur ächtung und diffamierung von «moralisch» sich «falsch verhaltenden» menschen absolut salonfähig geworden ist. sie wird sogar - in einer der renommiertesten zeitungen deutscher sprache - für richtig befunden.

    selbst wenn er vor gericht verurteilt worden wäre, dann hätte er mittlerweile seine gefängnisstrafe abgesessen. heisst: zurück an den start, wieder auf feld 1 beginnen, ohne vorurteile ihm gegenüber. so sieht es jedenfalls der resozialisierungsplan bei ersttätern in westlichen, zivilisierten kulturen vor. und das ist auch gut so.

    ich warte jetzt nur noch darauf, dass geisterspiele oder kurvensperren gefordert werden, sollten die zuschauer (oder auch nur ein teil davon) es wagen, eine gelungene aktion von mendy mit applaus zu belohnen. irgendwo findet sich garantiert einer oder eine, welche in diesem applaus eine solidaritätsbezeugung mit vergewaltigern sieht!

    • Offizieller Beitrag

    da gibts nichts zu moderieren!

    es geht nicht darum, ob mendy ein vergewaltiger oder sonstiges sexmonster ist. es geht auch nicht darum, ob frauen versucht haben seinen status und seine finanziellen möglichkeiten bewusst auszunutzen.

    es geht darum, dass unsere gesellschaft an einem punkt angekommen ist, an dem die forderung zur ächtung und diffamierung von «moralisch» sich «falsch verhaltenden» menschen absolut salonfähig geworden ist. sie wird sogar - in einer der renommiertesten zeitungen deutscher sprache - für richtig befunden.

    selbst wenn er vor gericht verurteilt worden wäre, dann hätte er mittlerweile seine gefängnisstrafe abgesessen. heisst: zurück an den start, wieder auf feld 1 beginnen, ohne vorurteile ihm gegenüber. so sieht es jedenfalls der resozialisierungsplan bei ersttätern in westlichen, zivilisierten kulturen vor. und das ist auch gut so.

    ich warte jetzt nur noch darauf, dass geisterspiele oder kurvensperren gefordert werden, sollten die zuschauer (oder auch nur ein teil davon) es wagen, eine gelungene aktion von mendy mit applaus zu belohnen. irgendwo findet sich garantiert einer oder eine, welche in diesem applaus eine solidaritätsbezeugung mit vergewaltigern sieht!

    Das ist - gelinde gesagt, bzw. geschrieben - der grosste BS den ich je von dir lesen musste. Aber es passt halt in deine "schwarz/weiss - Welt".

    JEDE Handlung hat Konsequenzen. Und nur weil jemand bei einer STRAFTAT seine STRAFE abgesessen oder bezahlt hat, heisst das noch lange
    nicht das somit alles vergeben und vergessen ist.

    Willst du ein krasses Beispiel von mir?
    Du wohnst in einem Block mit 8 Parteien, du hast Familie 2 Kinder im alter von 5 und 8. Ein dir bekannter Pädophiler Mann zieht in die Wohnung unter
    dir ein. Seine Strafe hat er verbüsst. Dann wäre das also genau das gleiche, wie wenn Pestalozzi unten einziehen würde.

    ÄHÄ ..... ja genau! Darum nochmals: Selten so einen totalen Schwachsinn gelesen!

    Und achtung, ich bin üüüüüüberhaupt nicht ein "woke"-Freund oder dergleichen. Und das ganze "gspührsch mi - fühlsch mi" geht mir auch auf den alten
    runzligen Sack. Nicht zu vergessen die ganze "Befindlichkeit" eines jedes einzelnen. Aber sorry, das eine hat nur gaaaaaaanz, ganz knapp/wenig mit dem
    anderen zu tun.

    Edit: Ich habe mich klar dazu geäussert, dass aus meiner Sicht der FCZ die ganze Sache wieder höchst bescheiden (ufem Pausehof hettet mer gseit
    "total beschisse") kommuniziert hat. Und meine Meinung habe ich dir nun auch Kund getan. Werde mich zu diesem Thema nicht mehr äussern und
    freue dich wieder einmal an einem ZSC-Game (weisch, Ishockey und so) zu sehen. Finde es zwar schön mit deinem Herzblatt zu flirten, aber auch dein
    wunderbares Antlitz zu sehen macht mir Freude! :bier:

  • es ist schon noch ein bisschen die frage wie sehr das "moralisch falsch verhalten" war...

    aber ja wäre der mann ein "freund" von mir würde ich garantiert die freundschaft künden...und zwar nicht nur wegen den rechtlichen vorwürfen, sondern auch damit wie er sich geäussert und verhalten hat

    Somit sehe ich das Problem nicht ganz bei: "es geht darum, dass unsere gesellschaft an einem punkt angekommen ist, an dem die forderung zur ächtung und diffamierung von «moralisch» sich «falsch verhaltenden» menschen absolut salonfähig geworden ist. "

    Snowcat plädiert ja sogar für die Ächtung von Insekten, da darf man wohl jemanden, der sich nach seinen Wertvorstellungen KOMPLETT danaben verhält auch ächten?!

    Aber jeder stellt halt seine Moral etwas anders und dass Reto da lieber darauf hinweist, dass auch die Mädchen halt auch nicht gerade gelänzt haben und Snowcat mit seinen Verschwörungstheorien mit Kurvensperren etc kommt ist wenig überraschend

    bedenkliche Diskussion und es spricht schon Bände, dass dem FCZ nicht klar war, dass dies zu Unruhe führen wird. Bei aller Liebe zum FCZ: AC legt sich da schon immer alles so zu recht wie er will und ist seeeehr naiv


    Aber bleiben wir beim sportlichen: Ich glaube nicht, dass der viel reissen wird nach 4 Jahren ohne wirkliche Erfolgserlebnisse

    • Offizieller Beitrag

    Willst du ein krasses Beispiel von mir?
    Du wohnst in einem Block mit 8 Parteien, du hast Familie 2 Kinder im alter von 5 und 8. Ein dir bekannter Pädophiler Mann zieht in die Wohnung unter
    dir ein. Seine Strafe hat er verbüsst. Dann wäre das also genau das gleiche, wie wenn Pestalozzi unten einziehen würde.

    das jemand mit diesem beispiel kommen wird, war mir klar. übrigens zurecht, da bin ich natürlich bei dir. ist aber äpfel mit birnen verglichen.

    • Offizieller Beitrag

    folgende zwei ausschnitte aus dem tagi sind für mich die zentralen punkte dieses transfers.:

    Eine ganz andere Frage ist, ob dieser Mendy dem FCZ auf sportlicher Ebene wirklich helfen kann. Seinen letzten Einsatz für Lorient bestritt er im Mai 2024. Für City spielte er wegen der Suspendierung zwischen Juli 2021 und Juli 2023 genau einmal in der Premier League.

    gute frage, bin gespannt! das gestrige spiel in sion zeigte, dass es durchaus bedarf in der verteidigung gibt, ligue war an beiden gegentoren beteiligt. wobei man fairerweise sagen muss, dass er stürmer ist. womit wir bei der zweiten baustelle sind: es braucht mindestens noch einen stürmer. zwischen den beiden strafräumen spielt es der fcz nicht mal so schlecht, auch gestern nicht. von seinen qualitäten her, müsste mendy innert kürze der beste verteidiger der schweiz sein, müsste…aber bringt er diese qualitäten noch auf den platz?

    Mit Mendy wollte der FC Zürich einen richtig grossen Transfer tätigen, er wollte nicht bloss sein Kader verstärken, er wollte zeigen, dass er grosse Namen anlockt. Dass er eine Marke ist. Er wollte wieder einmal einen Spieler in der Super League, der es richtig weit brachte. Wie einst Karl-Heinz Rummenigge, Uli Stielike, Nestor Clausen, Christian Karembeu, Gennaro Gattuso, Gaël Clichy oder auch Mario Balotelli.

    womit wir beim problem von canepa wären. solche transfers leisten sich in der regel nur präsidenten/clubbesitzer mit einem gewissen persönlichkeitsdefizit. dass können narzisstische züge sein wie bei constantin. oder zu kurz gekommene, sei es körperliche kürze oder aber er wird in seiner kaste nicht wirklich ernst genommen und leidet darunter.

    Heliane Canepa: «Mendy gilt als unschuldig, das gilt es zu akzeptieren»
    Der Transfer von Benjamin Mendy zum FC Zürich sorgt für Aufregung. Der Weltmeister von 2018 sass wegen Vergewaltigungsvorwürfen in U-Haft und wurde…
    www.bluewin.ch
    • Offizieller Beitrag

    was nicht wirklich ein problem ist, da der vertrag sowieso ende saison ausläuft.

    das gute daran: da sich canepa jeweils schwer tut einen neuen hauptsponsor zu finden, wird es - zumindest am anfang der saison - wieder shirts ohne werbung geben. ist im eishockey wie im fussball so: shirts ohne werbung sind 1000x schöner. vor allem die litfassäulen im eishockey sind ziemlich doof!

    • Offizieller Beitrag

    was nicht wirklich ein problem ist, da der vertrag sowieso ende saison ausläuft.

    das gute daran: da sich canepa jeweils schwer tut einen neuen hauptsponsor zu finden, wird es - zumindest am anfang der saison - wieder shirts ohne werbung geben. ist im eishockey wie im fussball so: shirts ohne werbung sind 1000x schöner. vor allem die litfassäulen im eishockey sind ziemlich doof!

    Ausser die vom Lausanne HC - da doch deutlich weniger Werbung drauf ist. Naja, wer sich's leisten kann .......

    • Offizieller Beitrag

    ein weiteres spiel der abteilung wenigstens 3 punkte…klar, es war nicht alles schlecht, aber doch zu viel! gegen einen besseren gegner hätte das spiel vermutlich einen anderen verlauf genommen.

    zuber: wieder stark und omnipräsent und mit einem tor.

    mendy: verhalten ausgepfiffen bei seiner einwechslung. er hat heute aber fussballerisch bereits einige positive akzente gesetzt. sein stellungsspiel ist überragend, ebenso seine ersten pässe aus der verteidigung. diese erreichen immer einen mitspieler. und das auge für den pass zum 2:1 war „obe use“! aber klar, ein aussenverteidiger, welcher mancity damals über 50 millionen wert war (zu dem zeitpunkt immerhin der teuerste aussenverteidiger der welt) kann nicht nichts! ausserdem ist er erst 30-jährig. so einer MUSS liefern in der ch liga! wird er wieder fit für 90 minuten, ist er fussballerisch ganz sicher ein gewinn! 😉

    ob sein damaliges moralisches fehlverhalten nochmals ein thema wird, wird die zukunft zeigen.

  • ein weiteres spiel der abteilung wenigstens 3 punkte…klar, es war nicht alles schlecht, aber doch zu viel! gegen einen besseren gegner hätte das spiel vermutlich einen anderen verlauf genommen.

    zuber: wieder stark und omnipräsent und mit einem tor.

    mendy: verhalten ausgepfiffen bei seiner einwechslung. er hat heute aber fussballerisch bereits einige positive akzente gesetzt. sein stellungsspiel ist überragend, ebenso seine ersten pässe aus der verteidigung. diese erreichen immer einen mitspieler. und das auge für den pass zum 2:1 war „obe use“! aber klar, ein aussenverteidiger, welcher mancity damals über 50 millionen wert war (zu dem zeitpunkt immerhin der teuerste aussenverteidiger der welt) kann nicht nichts! ausserdem ist er erst 30-jährig. so einer MUSS liefern in der ch liga! wird er wieder fit für 90 minuten, ist er fussballerisch ganz sicher ein gewinn! 😉

    ob sein damaliges moralisches fehlverhalten nochmals ein thema wird, wird die zukunft zeigen.

    Ja, Snowcat. Wir SL Zuschauer sind so bescheiden geworden. Es reicht ein übergewichtiger ehemaliger WM, der einen Pass in den Rücken der Abwehr spielt (aber eben auch in den Rücken des eigenen Stürmers) um eine spielerische "Obe Use" Qualität zu frohlocken. Und warum sich weder Fassnacht, noch Nsame und Co. ausserhalb der Liga durchgesetzt haben, sagt so ziemlich alles. Hier ein Gewinn zu werden ist relativ machbar.

    Das moralische Thema wird sich legen. Aber wer immer noch behauptet, der FCZ hätte das Kommuikativ gut gemanaged, hat nicht mal einen kostenlosen Kommunikationskurs bei Juventus besucht. Zumindest das war eher "une use". Wird dem FCZ nicht nachhaltig Schaden. Kurzer Sturm im Wasserglas. Davon ausgehend, dass der junge Mann seine ihm nachgesagten Stinkstiefel (Trainingsfaul etc.) Allüren stecken lässt.

    Einmal editiert, zuletzt von Blackstar (23. Februar 2025 um 14:33)

    • Offizieller Beitrag

    Verstörende Wochen – der FC Zürich verliert sich selbst

    Der Transfer von Benjamin Mendy ist der jüngste Höhepunkt einer irritierenden Entwicklung im FCZ. Die Kritik im Umfeld wächst. Wohin steuert der Verein?


    Christine Steffen, Fabian Ruch, Stephan Ramming22.02.2025, (NZZ)


    Wer ist der FCZ heute? Choreografie der Südkurve vor einem Derby 2019.

    Es gebe genügend Gesprächsstoffe, hatte die Zürcher Südkurve vor dem Match gegen Yverdon geschrieben. Die Abschiebung von Antonio Marchesano oder die Verpflichtung von Benjamin Mendy waren mit dem Gesprächsstoff gemeint. Die Kurve hatte eine deutliche Botschaft an die Klubführung bereit: «Canepas: En Verein mit ‹Stil und Klass› gseht andersch us». Das Transparent bezog sich auf ein Interview mit Heliane Canepa, in dem sie den Mendy-Transfer rechtfertigen wollte. Trotz dem mühseligen 2:1-Sieges, bei dem Marchesano einen Treffer erzielte und von der Südkurve ausgiebig gefeiert wurde, wollte sich niemand so richtig freuen. Der FCZ im Krisenmodus.


    Mit Krisen kennt sich der FC Zürich aus. Der Abstieg 2016 hinterliess einen zerrütteten Verein und beissende Wut auf das Präsidenten- und Besitzerpaar Canepa. Doch bereits nach wenigen Wochen hatte sich der Verein auf einer lustvollen Tour durch die Challenge League gefangen.

    Die Irritation der vergangenen Monate, die vor knapp zwei Wochen im Transfer von Benjamin Mendy gipfelte, hat eine andere Qualität. Dem Franzosen wurde in England von mehreren Frauen vorgeworfen, sie vergewaltigt zu haben. Das Gericht musste ihn wegen mangelnder Beweise freisprechen.

    Der Transfer, die Art und Weise, wie er vollzogen wurde, ohne ein Wort über die Vergangenheit des Spielers, aber mit ein «bisschen Stolz», sorgten weitherum für Unverständnis. Anhänger und Sympathisantinnen sagen, sie hätten zunehmend Mühe, ihren FCZ wiederzuerkennen.

    Kultur hatte im Verein eine wichtige Rolle

    Die Canepas haben in ihrer bald 20-jährigen Amtszeit auf sportlicher Ebene nicht immer richtig entschieden. Aber auf der feinstofflichen haben sie einiges richtig gemacht. So haben sie begriffen, dass ein Verein nicht allein von der Gegenwart lebt, sondern auch von der Vergangenheit. Ein Museum ist entstanden, Vereinschroniken, ein Film zum 125-Jahre-Jubiläum des Klubs. Sie haben an der Identität des Vereins gearbeitet, davon zeugen die früheren Spieler, die in die Organisation integriert wurden. Als der FCZ 2022 Meister wurde, waren Blerim Dzemaili, Alain Nef, Florian Stahel, Daniel Gygax und Davide Taini in unterschiedlichen Funktionen im Verein.


    Das Präsidentenpaar hat es geschafft, dem FCZ ein fortschrittliches Image zu geben. Etwa, indem es entschieden den Frauenfussball gefördert hat. 2022 sagte die damalige FCZ- und Nationalspielerin Meriame Terchoun: «Die Akzeptanz der Frauen ist hier höher als in anderen Vereinen.» Als die Männer am 1. Mai 2022 im Volkshaus den Meistertitel feierten, stürmten auch die Frauen auf den Balkon, die am Tag davor den Cup gewonnen hatten. Es war ein wichtiges Signal.

    Eine der Spielerinnen war Martina Moser, sie war im Meisterjahr auch im Teammanagement der Männer tätig, der damalige Trainer André Breitenreiter bezeichnete sie an der Siegesfeier als «Königin von Zürich». Heute arbeitet sie als SRF-Expertin. Die Verpflichtung von Mendy sieht auch sie kritisch: «Der Transfer überzeugt mich sportlich nicht, ethisch und moralisch ist er sicher fragwürdig.»

    Die frühere Nationalspielerin hat den Eindruck, dass der FCZ unvorbereitet auf den Shitstorm wirkte und die Kommunikation des Transfers nicht optimal vorbereitet war. «Da gehen mir Werte und Prinzipien, die der Klub jahrelang vorgab, verloren – der FCZ steht für Stil und Klasse? Der Mendy-Transfer ganz sicher nicht. Da hätte ich mir kommunikativ eine aktivere Begleitung vorstellen können. » Sie sagt, der FCZ habe gerade für den Frauenfussball sehr viel gemacht. «Aber der Klub sabotiert sich selber, das ist sehr schade.»

    Ähnlich sieht es Kathrin Martelli, Präsidentin der Gönnervereinigung «le donne blu» für die FCZ-Frauen. Die Verpflichtung Mendys sei «ein schlechtes Zeichen für den Sport», sagt die ehemalige Zürcher FDP-Stadträtin. «Es ist nicht neu, dass der Männerfussball eine unappetitliche Macho-Welt sein kann. Wenigstens hätte der FCZ die Vergangenheit Mendys von Anfang an klar benennen müssen.» Sie sei froh über die Reaktion der Frauenzentrale, die den Transfer kritisiert hatte, und dass es einen Dialog gebe. «Ich hoffe, Herr und Frau Canepa schauen nun genau hin, was der Spieler macht», sagt die 72-Jährige.

    «Genau hinschauen» ist im Sport ein wichtiges Thema. «Gerade mit Blick auf die Frauen-EM gibt es viele gute Projekte für mehr Gleichberechtigung, Inklusion, Meldestellen bei sexuellen Übergriffen und vieles mehr», sagt Aline Trede, Mitglied im Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands. Mendy sei zwar freigesprochen worden, aber seine Geschichte hätte dazu dienen können, das Thema offensiv und vor allem positiv aufs Tapet zu bringen, sagt die Nationalrätin und Fraktionschefin der Grünen. «Das wäre eine echte Chance gewesen», sagt Trede und fragt: «Warum lässt der FCZ Mendy nicht selber Stellung nehmen?»

    Umstrittener Spieler: Benjamin Mendy verlässt 2023 das Gericht in England.

    Mit dem neuen Geschäftsführer verschlechtert sich die Stimmung

    Der FCZ setzt in den Augen vieler Anhänger aufs Spiel, was er sich über Jahre erarbeitet hat. Es war ihm gelungen, sich als offenen Verein zu positionieren, als Teil einer lebendigen urbanen Szene. Die Canepas bezeichneten den Klub gerne als Familie – sie betonen seine wichtige Rolle für die Stadt und die integrative Kraft. Doch heute ist es, als würden die Grundfesten erodieren.

    Wann hat der FC Zürich angefangen, sein Gesicht zu verändern?

    2021 trat Nick Gast die Stelle als Chief Operations Officer an, die Stimmung auf der Geschäftsstelle verschlechterte sich. Langjährige Mitarbeiter verliessen den Klub. Sie beklagten den Umgang des Geschäftsführers mit den Angestellten. Selbst die Südkurve protestierte mit Spruchbändern gegen den ungeliebten Gast. Die Canepas reagierten auf die Kritik, wie sie es oft tun: mit grösstmöglicher Renitenz. «Wir stehen voll und ganz hinter Nick Gast und sind mit seiner Arbeit äusserst zufrieden», sagte Ancillo Canepa im Sommer 2023.

    Ein paar Monate später trennte er sich dennoch von seinem Geschäftsführer. Sportlich blieb der FCZ hinter den Ansprüchen zurück, dazu kamen wirtschaftliche Schwierigkeiten. Im Geschäftsjahr 2023/24 betrug das Defizit 7,5 Millionen Franken. Die Canepas glichen es aus – so wie sie es seit bald 20 Jahren tun.

    Das Ehepaar war mit seinem Privatvermögen und dem unverbrüchlichen Commitment immer der Garant für das Überleben des Klubs. Doch eigentlich sind die beiden längst im Pensionsalter. Eine Nachfolgeregelung für den 71-jährigen Ancillo und die bald 77-jährige Heliane Canepa drängt je länger, je mehr. Vor diesem Hintergrund wird verständlich, warum sie sich dem Mann verschrieben, der heute über vieles im Klub bestimmt.

    Milos Malenovic trat im Sommer 2023 zuerst als Berater auf den Plan. Parallel dazu arbeitete er weiter als Spieleragent. Bereits dieses Arrangement war gewöhnungsbedürftig, zumal mehrere FCZ-Fussballer Klienten Malenovics waren. Schon damals gab es Gerüchte glaubhafter Quellen darüber, dass Malenovic beim FCZ nicht nur bald als eine Art Sport-CEO einsteigen, sondern den Klub irgendwann auch als Besitzer übernehmen könnte. Die Canepas dementierten heftig.

    Anfang Oktober 2023 wurde Malenovic offiziell als Sportchef präsentiert – und die Canepas schwärmten in den höchsten Tönen von ihm, obwohl sich um das Geschäftsgebaren des einstigen Fussballspielers seit Jahren Spekulationen ranken. Bei Ajax Amsterdam beispielsweise, so schrieben es niederländische Medien, soll er einst ein Machtvakuum ausgenutzt und mit dubiosen Deals viel Geld verdient haben.

    Beim FCZ blieb seit Malenovics Einstieg kein Stein auf dem anderen. Weit über 50 personelle Veränderungen gab es im Betrieb in den letzten 18 Monaten, Malenovic baute den Klub Schritt für Schritt um – oft begleitet von Unruhe. Es heisst, er sei ein Selbstdarsteller, dirigiere und dominiere, mache falsche Versprechungen, setze auch Junioren unter Druck, sei brillant, aber manipulativ. Bereits vor einem Jahr schrieb die «NZZ am Sonntag» von einem «toxischen Klima der Angst» im Verein. Malenovics Macht ist umfassend, er hat alle wichtigen Stellen mit Leuten seines Vertrauens besetzt, dirigiert die Trainer, bestimmt Aufstellungen selbst im Nachwuchs. Niemand widerspricht.

    Der Klub wirkt, als hätte er sich in eine Parallelwelt zurückgezogen. Am deutlichsten zeigt sich das im Transfer von Mendy, in dem man auch nach massiver Kritik kein Problem erkennen will. Selbst bei den Treuesten hat der Verein an Goodwill eingebüsst. Reeto von Gunten, Autor und Radiomoderator, ist FCZ-Fan und langjähriger Saisonkartenbesitzer im Letzigrund. Die Verpflichtung von Benjamin Mendy bestürzt auch ihn. Er sagt: «Es ist erschreckend, welche Prioritäten gesetzt werden. Das Signal, das man mit einem solchen Transfer sowohl an die Spielerinnen wie auch an die Spieler im Verein, die Fans im Stadion und ganz allgemein an alle Männer und Frauen sendet, ist anscheinend egal. Haltung und Moral spielen keine Rolle.»

    Hinzu kommt der sportliche Niedergang. Mitte November war der FCZ noch Leader, jetzt muss er um den Einzug in die Meisterrunde der besten sechs bangen. Begleitet wird das Abrutschen von Aktionismus auf dem Transfermarkt. Der Klub nimmt in der Winterpause erneut einen umfassenden Kaderumbau vor und lässt die Identifikationsfigur Antonio Marchesano ziehen.

    Auf ihn vertraut der Präsident Ancillo Canepa (r.): Sportchef Milos Malenovic.

    Mendy ist das Problem der anderen

    Krise? Unruhe? Probleme? Ein Treffen dieser Tage mit Milos Malenovic ermöglicht einen eindrücklichen Einblick in die Parallelwelt. Auf jede Geschichte und jeden Vorwurf hat Malenovic eine Antwort. Selbstbewusst, souverän, stilsicher argumentiert der 40-Jährige. Er sieht es so: Nur zwei, drei Siege ist der FCZ von der Tabellenspitze entfernt, die letzten Begegnungen verliefen unglücklich, der Umbruch im Klub verläuft perfekt, der Prozess benötigt Zeit und Anpassungen. Im FC Zürich arbeiten Menschen mit Haltung, mit Stil und Klasse, es gibt intern keine Schwierigkeiten, die Polemik von aussen ist uninteressant.

    Der Weg stimmt. Alles gut. Der Transfer von Mendy? Malenovic sieht kein Problem, höchstens in der Haltung vieler Menschen in der Schweiz. Einen Spieler wie Jean-Pierre Nsame, der einst ein Baby geschüttelt hat, würde der FCZ nicht verpflichten, aber Mendy sei freigesprochen und habe Malenovic die ganze Story ausführlich dargelegt.

    Und sowieso: Es gebe viele junge Frauen, die Fussballer umschwärmten, arrangierte Partys besuchten und bereit seien, mit ihnen ins Bett zu gehen. Mendys Verpflichtung sei ein Coup, der Weltmeister ein Gewinn für das Team und ein Vorbild für die Nachwuchsspieler.

    Vor zwei Wochen hat Malenovic nach massiver Kritik am FCZ zur Medienschelte ausgeholt. Doch eigentlich ist es ihm egal, was Aussenstehende finden – das vermittelt er im Gespräch. Er ist überzeugt von sich, seinen Ideen, der Neugestaltung des Klubs. Und Ancillo und Heliane Canepa sehen den FCZ bei ihm in besten Händen.

    Die NZZ kommentierte vergangenen Dezember: «Vereinsführung und Trainer des FC Zürich geben sich aggressiv – so kracht der Klub an die Wand.» Sollte es so weit kommen, hätte Malenovic rasch wieder einen Job im Fussballgeschäft. Die Canepas aber stünden vor einem Scherbenhaufen.

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