Vorarlbergs Eishockeytalent Marco Rossi steht beim Züricher SC hoch im Kurs.
Dübendorf Der Vertrag liegt zur Unterschrift bereit. Der Zürcher SC, in diesem Jahrhundert sechsfacher Schweizer Meister in der National League, möchte Marco Rossi für die Mannschaft gewinnen. Der 18-jährige Mittelstürmer muss aber die, durch die Coronapandemie immer wieder gebremste, Entwicklung in der National Hockey League abwarten. „Wir wissen nicht, wie es aktuell in der NHL und vor allem mit dem Draft weitergeht“, sagt der Rankweiler. „Aber in Europa wäre der ZSC die erste Adresse für mich.“
Rossi wird im NHL-Draft, der für September in Montreal angesetzt ist, begehrt sein und als Top-sieben-Spieler gehandelt. Als Favorit auf einen Vertrag mit dem Junior, der in dieser Saison bei den Ottawa 67‘s in der Ontario Hockey League zahlreiche Auszeichnungen abgeräumt hat, gilt die NHL-Organisation der Ottawa Senators.
Der Klub in Zürich besitzt noch alte Europa-Rechte aus der Juniorenzeit mit dem Unter-17-Team an Rossi. „Wenn Marco nach Europa kommt, dann hätte er einen aufrechten Vertrag bei uns in Zürich“, erklärt ZSC-Sportdirektor Sven Leuenberger. „Es liegt an ihm. Die Frage ist: Will Marco die ganze Saison in Europa spielen? Oder will er abwarten, wie der Draft läuft und wann es in der NHL losgeht?“ Ob der ZSC an einem Engagement von Rossi bis Ende Dezember interessiert wäre, sollte die NHL erst im Jahr 2021 in die neue Saison starten? „Das Problem ist: Wir haben drei oder vier Spieler, die in der gleichen Situation stecken“, erklärt Leuenberger. „Wer sich zuerst für uns entscheidet, der wird im Vorteil sein.“
Ein kompletter Spieler
ZSC-Trainer Rikard Grönborg möchte Rossi unbedingt in seinem Kader haben. „Marco ist ein außergewöhnlicher, kompletter Spieler. Darum wird er von den NHL-Klubs für den Draft auch so hoch eingestuft.“ Für Rossi eine Rolle bei den Löwen zu finden, sei nicht schwierig, so der Coach: „Er kann uns am Bullypunkt helfen, spielerisch mit seinem Instinkt. Er ist ein Edelstein, der noch geschliffen werden möchte.“
Gestern stand für Rossi die dritte und vorläufig letzte Trainingssession in diesem Sommer mit den Zürchern im Trainingszentrum in Dübendorf auf dem Programm. „Das waren alles sehr gute Einheiten, mit viel Abwechslung und hohem Tempo.“ Eingewöhnung war keine nötig, Rossi kennt aus seiner ZSC-Nachwuchszeit einige der Trainingskollegen.
Konditionstrainer Max Cavada ist mit dem körperlichen Zustand seines Schützlings sehr zufrieden. „Marco war noch nie so gut in Form. Seine Referenzwerte sind top, er ist ein Kraftwerk.“ Das einzige Fragezeichen in diesen Tagen sei die sportliche Planung. Die Situation rund um das Virus lasse nur einen Trainingszyklus über einen Monat zu.
Die nächsten drei Wochen rückt Rossi in ein Eishockeycamp in der Umgebung von Wien ein. Ex-Salzburg-Stürmer Rob Schremp organisiert, unterstützt von den ehemaligen Nationalteamspielern Markus Peintner und Chris Harand, ein speziell auf Technik ausgerichtetes Trainingslager. Mit Ausrüster True wird das neueste Material aus der Kollektion an Schuhen, Handschuhen und Schlägern getestet.
Rossi, seit vergangener Woche stolzer Führerscheinbesitzer, hat das Umfeld neu organisiert. Die Firma Sporteo rund um Sepp Lenhart und Hanno Egger begleitet das Talent bei der Vermarktung und der sozialen Kommunikation. Eine Homepage ist in Vorbereitung und soll demnächst online gehen.