• Die SHL als Ausbildungsliga

    Die schwedische Liga versteht sich ganz bewusst als Entwicklungsliga für die NHL. Clubs wie Rögle BK, Frölunda HC oder Skellefteå AIK werfen Teenager regelmässig in vitale Rollen bei den Profis. NHL-Scouts wissen, dass ein 18-Jähriger, der sich in der physischen und taktisch hochklassigen SHL durchsetzt, bereit für den nordamerikanischen Profibereich ist.

    Die National League als "goldener Käfig"

    Die Schweizer National League ist qualitativ herausragend und gilt als die zuschauerstärkste und eine der finanzstärksten Ligen Europas. Genau das wird jungen Schweizer Spielern jedoch oft zum "Verhängnis" für eine Nordamerika-Karriere:

    1. Hohe Schweizer Saläre: Ein durchschnittlicher Schweizer NL-Spieler verdient in der Heimat oft deutlich mehr Netto als mit einem Standard-Zweiwegvertrag in der nordamerikanischen Minor League (AHL). Das finanzielle Risiko eines Wechsels in die AHL ist für Schweizer Spieler schlicht nicht attraktiv.
    2. Die Import-Dichte: Da NL-Teams nur sechs Ausländer einsetzen dürfen, verpflichten sie auf diesen Positionen fast ausschliesslich gestandene Ex-NHL-Stars oder absolute Top-Scorer aus dem Ausland. Schweizer Nachwuchsspieler erhalten dadurch in den entscheidenden Spielsituationen (Powerplay, Schlussminuten) seltener die tragenden Rollen, die für NHL-Scouts von Bedeutung sind.


    Wenn ich das so lese, müssten ja die NLA-Teams in der CHL alle obenauf schwingen mit all diesen gestandenen Ex-NHL-Stars und absoluten Top-Scorern aus dem Ausland. Ich dachte immer in der SHL sind auch gestandene Profis am Werk, dabei sind das alles 18-Jährige Nachwuchstalente...... tja so kann man sich täuschen :wink:

  • Wie immer liegt die Wahrheit wahrscheinlich in der Mitte. Die Z Organisation bietet ihren Junioren die Möglichkeit via GCK ins Erwachsenenhockey zu wechseln, bei ganz grossen Talenten sogar beim Z.

    Es ist aber auch so dass in der Schweiz für gute Spieler; sowohl Schweizer wie Imports einiges besser bezahlt wird als in Schweden.
    Interessant wäre es mal zu sehen wie eines der schwedischen Toptalente sich in der NL machen würde. Wäre das überhaupt realistisch?

    Die NL bei uns ist keine Ausbildungsliga, genauso wenig wie es die NHL ist.

  • Denke auch die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Mir gings auch nicht darum, dass wir jetzt alles komplett umstellen müssen. Aber wenn meine Firma/Club jedes Jahr Millionen in junge Talente steckt, die richtig guten Talente aber gehen, bevor ich als Firma/Club einen Mehrwert habe, dann würde ich mir doch zumindest Gedanken machen, was wir ändern können, damit es nicht mehr passiert bzw. dass vielleicht 1-2 gehen und nicht ein halbes Team.

  • Denke auch die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Mir gings auch nicht darum, dass wir jetzt alles komplett umstellen müssen. Aber wenn meine Firma/Club jedes Jahr Millionen in junge Talente steckt, die richtig guten Talente aber gehen, bevor ich als Firma/Club einen Mehrwert habe, dann würde ich mir doch zumindest Gedanken machen, was wir ändern können, damit es nicht mehr passiert bzw. dass vielleicht 1-2 gehen und nicht ein halbes Team.

    Wenns nicht für die ganz ganz grosse Karriere im Ausland reicht (Ghetto, Malgin, Kukan....) dann hast du sicher gute Karten, dass der Spieler dann in deine Organisation zurückkehrt. Da wir auch finanziell immer mithalten können, sind die Chancen sicher noch grösser. Von dem her ist diese Investition in die Jugend für später gedacht und aus meinen Augen schon okay.

    • Offizieller Beitrag

    Wenns nicht für die ganz ganz grosse Karriere im Ausland reicht (Ghetto, Malgin, Kukan....) dann hast du sicher gute Karten, dass der Spieler dann in deine Organisation zurückkehrt. Da wir auch finanziell immer mithalten können, sind die Chancen sicher noch grösser. Von dem her ist diese Investition in die Jugend für später gedacht und aus meinen Augen schon okay.

    Isso. Zusätzlich:
    Durch das, dass wir auch so viele Jungen in unserer Organisation haben, ist unser Sport, bzw. unser Club, in der Zürcher Bevölkerung auch stärker
    verankert und daher auch etabliert. Dies ist ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es um die politische Wahrnehmung geht. Auch das z.B. ein
    kleines Mosaiksteinchen, warum wir ein eigenes Stadion haben, und die "Autschi-Autschi"-Fussballer eben nicht.

  • Denke auch die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Mir gings auch nicht darum, dass wir jetzt alles komplett umstellen müssen. Aber wenn meine Firma/Club jedes Jahr Millionen in junge Talente steckt, die richtig guten Talente aber gehen, bevor ich als Firma/Club einen Mehrwert habe, dann würde ich mir doch zumindest Gedanken machen, was wir ändern können, damit es nicht mehr passiert bzw. dass vielleicht 1-2 gehen und nicht ein halbes Team.

    Ist es nicht auch noch so das der Z dann noch Ausbildungssummen kassiert bei wechseln der Jungen bis zu einem gewissen Alter?

    Bin da nicht sicher, vielleicht auch nur im Fussball der Fall.

  • Mir ist klar, man wird nie alle halten und integrieren können. Und es gibt auch nicht den einen Weg, der für alle jungen Spieler der goldene Weg ist. Aber ich fände ein wenig Selbstkritik oder Verbesserungswillen durchaus gut für unseren Club, wenn man sich die Integration von Nachwuchsspielern die letzten 5-10 Jahre anschaut. Nur schulternzuckend zu sagen, können wir halt nichts machen, ist mir zu einfach für einen grossen, professionellen Club wie dem ZSC.

    Joa, der Z-Nachwuchsabteilung indirekt vorzuwerfen, sie sei zu wenig selbstkritisch oder verbesserungswillig, finde ich etwas überzogen..

    Letztlich geht es darum, wo ein Spieler die besten Entwicklungsmöglichkeiten hat. Wie du selbst richtig erwähnt hast, gibt es in den schwedischen Juniorenligen deutlich mehr Top-Talente und entsprechend ist das Niveau in der Breite der Liga auch höher. Und besser wird man nun mal auch, indem man regelmässig mit und gegen bessere Spieler spielt.

    Selbst wenn all diese Talente beim Zett bleiben würden, hätten sie zwar etwas stärkere Mitspieler. Am grundsätzlich tieferen Niveau der Schweizer Juniorenliga und der Gegner würde das aber wenig ändern. Für gewisse Talente ist der Schritt nach Schweden deshalb schlicht sinnvoller.

    Das bedeutet aber nicht, dass der Z-Nachwuchs etwas falsch macht. Im Gegenteil: Dass viele dieser Spieler später zum Zett zurückkehren, spricht für die Qualität der Ausbildung und vor allem für die Bindung/Identifikation zum Verein.

    Hingegen bei absoluten Ausnahmetalenten, wie sie nur alle paar Jahre vorkommen, kann der direkte Schritt ins Erwachsenen- bzw. Profihockey - wie aktuell bei Dedial oder Neuenschwander in Biel - sinnvoller sein als ein Wechsel nach Schweden, sofern sie mit 15 oder 16 spielerisch und körperlich bereits so weit sind..

    Und der Grund, weshalb der schwedische Nachwuchs insgesamt stärker ist als unserer, dazu habe ich meine Sicht bereits im WM-Fred dargelegt (S 28/37, 31. Mai).

  • Zum Teil wird die Meinung vertreten, in Schweden oder Finnland seien die Nachwuchsspieler deshalb besser, weil sie eher die Chance hätten, in den Fanionteams mitzuspielen. Beim genaueren Hinsehen zeigt sich allerdings, dass es sich dabei in fast allen Fällen um hochtalentierte Spieler handelt, die sich schon auf den Nachwuchsstufen in die Blöcke der NHL-Scouts eingebrannt haben. Die Idee, es gehöre quasi um Ausbildungsprogramm, dass man in der ersten Mannschaft mittun könne, bis dann plötzlich der Knopf aufgehe, entspricht nicht der Wirklichkeit, die sehr viel selektiver ist als hierzulande.

  • Wenns nicht für die ganz ganz grosse Karriere im Ausland reicht (Ghetto, Malgin, Kukan....) dann hast du sicher gute Karten, dass der Spieler dann in deine Organisation zurückkehrt. Da wir auch finanziell immer mithalten können, sind die Chancen sicher noch grösser. Von dem her ist diese Investition in die Jugend für später gedacht und aus meinen Augen schon okay.

    Wie vorher geschrieben, dass ist tiptop, aber bringt halt nicht so viele Vorteile, wie es eigentlich sollte, wenn man die grösste (und vermutlich beste) Juniorenabteilung hat. Die kommen schon zurück, aber kosten dann nicht weniger, als wenn man sonst fertige Topspieler holt:

    3. Natürlich hilft es auch später, die Spieler kommen ja in der Regel gerne zurück. Aber da man im Eishockey keine Ablöse generieren kann, ist der grösste Vorteil als guter Ausbilder, dass du immer wieder gute Talente nachziehen kannst, dadurch ein kompletteres Kader hast und ab und an einen super Spieler hast, der noch nicht 500k-1m kostet. All diese Vorteile fallen weg, wenn die talentierten mit 16-18 das weiter suchen.

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