EVZ vs. ZSC, Final, Spiel 1, Ostermontag 18.4.2022

  • [quote='ZSColin','https://forum.zscfans.ch/thread/2820-evz-vs-zsc-final-spiel-1-ostermontag-18-4-2022/?postID=143607#post143607']

    Bin im Stadion - freue mich! Sonst noch jemand auf den Stehplätzen am Montag mit dabei von hier?

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    Ja, bin dabei

    • Official Post

    «Es ist nirgendwo schöner, Erfolg zu haben, als hier»: Die ZSC Lions, wie sie siegen und feiern – doch mit dem EV Zug wartet ab Montag die ultimative Prüfung

    Der ZSC zieht souverän in den Play-off-Final ein und entschädigt sich selber für den Ärger der letzten Jahre. Der Verteidiger Christian Marti, einer der wenigen verbliebenen Spieler des Meisterteams von 2018, erklärt den Zürcher Steigerungslauf.


    Nicola Berger (NZZ)


    «Ohne Marti keine Party»: Altes Zürcher Sprichwort, angewandt auf den ZSC-Verteidiger Christian Marti (Mitte).

    «Ohne Marti keine Party»: Altes Zürcher Sprichwort, angewandt auf den ZSC-Verteidiger Christian Marti (Mitte).

    Anthony Anex / Keystone

    Vier Jahre ist es her, dass die ZSC Lions unter dem Trainer Hans Kossmann den neunten Meistertitel feierten. Aus dem damaligen Kader sind nur noch sechs Spieler übriggeblieben, es ist eine Art Mahnmal an die Vergänglichkeit im Profisport. Zu ihnen gehört Christian Marti, ein kräftiger Verteidiger, der mit dem ZSC seit seinem Stellenantritt im Sommer 2016 einiges durchgemacht hat.

    Marti, 29, sagt: «Seit 2018 war es oft ein Geknorze. Auch in dieser Saison. Wir sind zwar Dritter geworden, aber es hat sich irgendwie nicht so angefühlt. Wir hatten so viele Schwankungen.» Und dann fügt er hinzu: «Wir lieferten manchmal Spiele ab, das konnten wir selber kaum glauben. Und dann haben wir in der Garderobe wieder lange geredet. So unglaublich viel geredet. Und jedes Mal dachte ich: ‹Verdammt noch mal, wieso ist das schon wieder nötig, wieso schnallen wir es nicht? Wir haben alles, es kann doch nicht so schwierig sein.›»

    Es hat etwas Beruhigendes, dass es diese Frustration, dieses Unverständnis über rätselhafte Leistungen offenkundig auch intern gab. Wo der Trainer Rikard Grönborg doch oft zu Schönfärberei neigte. Und noch die schmählichste Niederlage mit dieser oder jener Statistik in ein besseres Licht zu rücken versuchte. Es ist ja schön, dass ihr viermal mehr Grosschancen als Ajoie hattet, Mister Grönborg, aber ihr habt halt trotzdem 1:3 verloren.

    Grönborgs Genugtuung

    Grönborg wirkt im dritten Jahr im Hallenstadion, er kam als Weltmeistertrainer Schwedens wie fast jeder ZSC-Coach in den letzten Jahren mit grossen Vorschusslorbeeren nach Zürich. Dies ist jetzt sein grosser Moment, der Durchbruch, auf den alle gewartet haben.

    Nach dem ungefährdeten 6:2-Erfolg im vierten Play-off-Halbfinalspiel am Donnerstag gegen Gottéron, der den ZSC in den Final katapultiert hat, steht Grönborg vor dem Garderobenaufgang und sagt: «Als Trainer ist man nie ganz zufrieden. Aber so macht das schon Spass. Spiel 1 im Viertelfinal gegen Biel war eine Enttäuschung, wir zeigten keine Play-off-Intensität. Aber seither zeigt die Mannschaft grossen Charakter. Wir kämpfen, wir tun alles für den Sieg. Es ist schön, diese Entschlossenheit zu sehen.»

    Grönborg hat recht eisern an seinen Überzeugungen, seinen Spielideen festgehalten. Beinahe wäre er darüber gestolpert – es ist gut möglich, dass der ZSC ihn bei einem Ausscheiden gegen Biel verabschiedet hätte, trotz einem Vertrag bis 2023. Aber der Coach behielt recht, mit zuletzt sechs Siegen in Serie. Marti sagt: «Das ist das Schöne am Eishockey. Nachdem wir Spiel 5 gegen Biel verloren hatten, las ich im ‹Tages-Anzeiger› die Schlagzeile: ‹Der ZSC kapiert es einfach nicht›. Wir machen immer noch alles gleich. Und jetzt stehen wir im Final und sind wieder die Grössten. So ist der Sport.»

    In der Serie gegen Gottéron lief alles für den ZSC, der sich dreimal in der Verlängerung durchsetzte. Es waren enge Partien, Siege, die das Selbstvertrauen des Teams stärkten. Spiel 4 am Donnerstag glich einer Galavorstellung; im erstmals in dieser Saison ausverkauften Hallenstadion konnte sich der ZSC ausgiebig feiern lassen. Und sich sogar erlauben, fürs gute Gefühl vier Minuten vor Schluss den Torhüter auszutauschen.

    Es war die Idee des nach seiner Krankheit genesenen und zwischen die Pfosten zurückgekehrten Nummer-1-Goalies Jakub Kovar, den in den drei Spielen zuvor tadellosen Ludovic Waeber einzuwechseln. Waeber habe die Serie begonnen, er solle sie auch beenden, das war die Argumentation des Tschechen. Es war eine schöne Geste des weit gereisten Routiniers, auch wenn erboste Individuen aus dem Gottéron-Kosmos sie fälschlicherweise als Verhöhnung des Gegners und Affront missverstanden.

    Dem ZSC war das egal, klar, nach vier mehrheitlich durchwachsenen Jahren mit vielen Enttäuschungen. Die vielleicht schmerzhafteste Saison war 2018/19, just nach dem Meistertitel, als der ZSC der Versuchung Arno Del Curto nicht widerstehen konnte. Und auf totale Euphorie der Fall in die Platzierungsrunde folgte. Marti sagt: «Zürich ist kein einfaches Pflaster. Die Erwartungen sind hoch. Und wenn es nicht läuft, kriegst du schnell dein Fett weg. Aber es ist nirgendwo schöner, Erfolg zu haben, als hier. Schau dir an, was los ist. Es ist herrlich.» Dann bricht das Gespräch kurz ab, weil ihm ein Fan um den Hals fällt und «Ohne Marti keine Party!» ins Ohr brüllt.

    Der EVZ als Favorit

    Die Frage ist, ob die launigen Feiern des ZSC in diesem Frühling weitergehen können. Ab Montag misst sich das Team mit dem EV Zug, dem Meister, der mit sagenhaften 8:0-Siegen gegen Lugano und Davos in diesen Final marschiert ist. Der EVZ steigt als Favorit in die Serie, er spielt seit längerem Eishockey nahe der Perfektion. Selbst die Abgänge der besten drei Verteidiger Raphael Diaz (Gottéron), Santeri Alatalo (Lugano) und Tobias Geisser (Hershey/AHL), allesamt Nationalspieler, vom Sommer haben die Zuger Maschinerie nicht aus dem Takt gebracht.

    Der Final kündigt sich spektakulär an, es ist kein Zufall, dass sich Zug und Zürich als erste Teams seit 22 Jahren mit je einem 4:0 im Halbfinal durchgesetzt haben. Die beiden Klubs sind der Konkurrenz einen Schritt voraus, was die Qualität im Kader angeht, und in der Gesamtsumme auch finanziell.

    Bisher hat niemand ein Rezept gegen den EVZ und den absurd starken Goalie und bereits sechsfachen Meister Leonardo Genoni gefunden. Der HCD-Coach Christian Wohlwend erklärte am Donnerstag auf «MySports» fast drei Minuten lang auf einer Taktiktafel seine besonders raffinierten Einfälle, was in der Offensive «gegen Zug gut funktioniert». Dann erzielte sein Team wieder nur ein Tor, in vier Vergleichen brachte der HCD zwei Treffer zustande.

    Vielleicht ist das wirkungsvollste Stilmittel gegen den EVZ aber viel simpler: körperliche Härte. Ein Nationalspieler, dessen Saison bereits zu Ende gegangen ist, sagt: «Zug hat in den Play-offs gegen jene zwei Teams gespielt, die ihnen am besten liegen. Wenn man sie hart anpackt, sind sie zu schlagen.» Ab Montag versucht der ZSC, diesen Nachweis zu erbringen.

    • Official Post

    Ziemlich emotional geschrieben. Wie immer viel Pathos und ein paar gute Punkte. Und ja, ich glaube auch dass sich nun 2 Teams ziemlich

    auf Augenhöhe treffen. Trotzdem ist und bleibt der EVZ (noch?) der Favorit. Sie werden vor Selbstvertrauen strotzen. Und sorry, sooooo

    schlecht sind Lugano und Davos nun auch wieder nicht, come on. Ich meine wir haben Biel und Fribourg geschlagen, das liegt jetzt nicht

    meilenweit auseinander.


    Und zum Schluss die lustigste weil wahre Aussage des Berichts:

    "Zug hat im Halbfinal gegen Davos in vier Spielen nur zwei Treffer zugelassen. Die Anzahl Flaschen, die HCD-Trainer Christian Wohlwend aufs Eis geschmissen hat (3) ist höher als die Anzahl HCD-Tore gegen Zug."

  • Vielleicht ist das wirkungsvollste Stilmittel gegen den EVZ aber viel simpler: körperliche Härte. Ein Nationalspieler, dessen Saison bereits zu Ende gegangen ist, sagt: «Zug hat in den Play-offs gegen jene zwei Teams gespielt, die ihnen am besten liegen. Wenn man sie hart anpackt, sind sie zu schlagen.» Ab Montag versucht der ZSC, diesen Nachweis zu erbringen.

    Dann beginnen sie wieder mit ihren Schwalben, so als amtierender Schwalbenmeister. Und die Schiris fallen immer drauf herein.

  • Zug hatte also gerade in den letzten 2 Spielen auch Ihre Mühen Tore zu schiessen.


    Wir sollten dem Hasta einen würdigen Abschied geben. Und was wäre da nicht passender als ein Titel in einem Heimspiel. (ist nun auch schon 4 Titel her seit wir das so erleben durften) und ich glaube gerade diese Situation gibt der Mannschaft die grössere Mission, die bessere Geschichte und mehr Emotionen.

  • Nach Spiel 3 kam auf SRF ein Interview mit einem Zuger (weiss nicht mehr mit wem), der klang schon sehr überheblich. So nach dem Motto „wir haben keine Gegner / uns kann keiner schlagen“. Und so denkt wohl das ganze Stadion bei denen. Wird spannend zu sehen sein, wie sie im Falle von einer Startniederlage reagieren würden.
    Wir mussten gegen Biel durch Höhen und Tiefen und gerade das hat die Mannschaft dorthin gebracht, wo sie jetzt ist. Könnte schon ein Vorteil sein. Und wie hier schon erwähnt, es wäre ein typisches ZSC-Drehbuch, den letzten Meisterttiel im Hallenstadion zu holen 😍

  • Taktisch sehe ich kein Grund umzustellen. Die ganze Mannschaft inkl. RG hat dazu gelernt und jeder weiss was er noch individuell besser machen kann (muss). RG weiss wie man auf aller höchster Ebene gewinnt, sein grösster Challenge war die Mannschaft auf sein Spielkonzept zu formen und genügend Optionen zu haben. Jetzt hat er alles, nur der Titel fehlt. Ich habe den Eindruck, der ZSC wird noch zulegen.

  • Interessanter Kommentar auf Watson, Eau Rouge - Mutter aller Racing-Kurve: "Von den drei Genannten ist nur einer fähig ein Spiel im Alleingang zu entscheiden.Denis Malgin.die beiden Anderen sind hervorragende Eishockey-Spieler. Kein Zweifel. Aber ein Spiel im Alleingang zu entscheiden bedingt einer Fähigkeit, die die Beiden nicht ausweisen. Das Spiel nicht ein Zug im voraus zu lesen, sondern zwei!!"


    Genau um das geht es eben nicht, im PO Final entscheidet keiner das Spiel alleine, es ist das Zusammenspiel der ganzen Mannschaft inkl. Coaching Staff etc.

    Unerwähnt bleibt, dass Krüger (siehe auch Kommentar Zesi) nicht so auffällig spielt (wie Malgin), aber extrem gut das Spiel vorauslesen kann, dann zum exakt richtige Zeitpunkt am richtig Ort ist und der kapitale Spielzug ausführt. Ein Spieler der sehr schwierig zu lesen ist.

  • Nach Spiel 3 kam auf SRF ein Interview mit einem Zuger (weiss nicht mehr mit wem), der klang schon sehr überheblich. So nach dem Motto „wir haben keine Gegner / uns kann keiner schlagen“. Und so denkt wohl das ganze Stadion bei denen. Wird spannend zu sehen sein, wie sie im Falle von einer Startniederlage reagieren würden.
    Wir mussten gegen Biel durch Höhen und Tiefen und gerade das hat die Mannschaft dorthin gebracht, wo sie jetzt ist. Könnte schon ein Vorteil sein. Und wie hier schon erwähnt, es wäre ein typisches ZSC-Drehbuch, den letzten Meisterttiel im Hallenstadion zu holen 😍

    Zug für mich klarer Favorit. Sie scheinen immer noch einen Zacken zulegen zu können. Zudem eine Selbstverständlichkeit die an Arroganz grenzt. Sie hatten die ganze Saison kaum Probleme. Mal sehen wie damit umgehen, sollte es mal nicht so laufen wie gedacht.

    • Official Post

    Dann beginnen sie wieder mit ihren Schwalben, so als amtierender Schwalbenmeister. Und die Schiris fallen immer drauf herein.

    Du meinst so wie der Chris als er den Handschuh des Gegners an den Hals bekommen hat?

    Ich finde es immer etwas gar "Fan-Brillen-mässig" immer dem anderen Team diese Unsitte

    anzukreiden.


    Vom Gefühl her gebe ich dir schon Recht, aber eben Gefühle sind sehr, sehr subjektiv.

  • Kann mir mal jemand erklären wieso auch der Final im 2-Tages-Rhythmus gespielt wird?

    Wenn ich sehe, dass heute in Schweden mal eben erst die Halbfinalspiele beginnen, kann es ja nicht mit der bevorstehenden WM zu tun haben, oder?

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