Saisonrückblick 20/21

  • Fazit: Diese Saison hat wenig Spass gemacht...


    1. Ich sah immerhin 5 Spiele in der Halle mit Maske, den Rest am TV - suboptimal.

    2. Kurze starke Phase noch mit Pius im alten Jahr - für ein paar Spiele der ZSC, den ich eigentlich liebe

    3. Danach eine ungenügende Quali, wo die Grundlage dafür gelegt wurde, dass wir gegen die Oberdreckstruppe von Lausanne spielen durften, was mitentscheidend für das Aus war - massiver Aerger über den PSO/Verband/SIHF/Schiris, die das zuliessen. Noch nie so eine Schlägertruppe wie mit Barberio und Marti gesehen. Werde ich NIE vergessen.

    4. Eine unglaubliche Verletzungsserie, die man glaubte, mit unseren GCK Spielern / Ausländern auszugleichen - ein (bewusster oder in Kauf genommener) Irrtum unserer Führung. Kann damit nicht zufrieden sein aus Fansicht.

    5. Falls Waeber nächste Saison seine Leistungen bestätigt, dann war das der beste Transfer auf diese Saison hin. Ghetto am Anfang und Schluss ungenügend, dazwischen sackstark.


    Insgesamt etwas Abwechslung im Corona-Alltag, aber doch enttäuschend. Und die Aussichten auf das nächste Jahr (ohne Berni, Prassl, Simic, dafür mit Sopa und Riedi, ev neuer Ausländer?) nicht sehr berauschend.

  • Ein paar Auszüge von Uli Pickel / NZZ:


    Das Out im Halbfinal gegen Genf/Servette ist aus Zürcher Sicht weder Katastrophe noch Ruhmesblatt. Aber der Klub tut gut daran, diese durchzogene Saison gründlich aufzuarbeiten. Sein Bekenntnis, ein Titelkandidat zu sein und alles für den Erfolg zu tun, muss er in Zukunft wieder stärker unterstreichen.



    Mit dem Einzug in den Halbfinal haben die Zürcher immerhin ein Saisonziel erreicht. Es ist allerdings eher eine Minimalvorgabe. Das andere Ziel, eine Top-4-Platzierung nach der Qualifikation, haben sie knapp verpasst. Und den Cup-Final Ende Februar haben sie auch verloren – alles in allem eine ziemlich magere Ausbeute.


    Die ZSC Lions sind vor allem deshalb im Halbfinal sang- und klanglos ausgeschieden, weil sie sich im Viertelfinal aufgerieben haben. Der Preis in Form von erschöpften und verletzten Spielern, den diese Serie gekostet hatte, musste im Halbfinal gegen Servette teuer bezahlt werden.


    Die Verantwortlichen tun gut daran, den fehlenden Effort in der Garderobe wieder vermehrt ins Bewusstsein zu rücken. Gezielte Blutauffrischungen helfen, die auslaufenden Verträge von Roman Wick, Fredrik Pettersson und Ryan Lasch können hierfür genutzt werden. Die Kontrakte der Ausländer Garrett Roe, Marcus Krüger und Maxim Noreau laufen weiter. Hier besteht auch kein Handlungsbedarf.

    Die ausgeprägt unsportliche Art und Weise, in der die Waadtländer auftraten, konnte nicht erwartet werden. Auch bleibt unverständlich, wieso es vier volle Spiele brauchte, bis die entsprechend verantwortlichen Instanzen der Liga endlich realisierten, was für ein unsägliches Treiben sich in diesem Duell abspielte. Dies ist die eine Seite. Die andere ist: Die hohe sportliche Qualität des Lausanne HC war lange bekannt. Die Zürcher haben sich diesen Gegner selber eingebrockt, mit besseren Leistungen in der Qualifikation wäre er leicht zu umgehen gewesen.


    Die Verantwortung für die nur mässige Saison liegt auch bei der Klubführung. Die ZSC Lions haben sich dem Erfolg verschrieben mit dem Bekenntnis, für ihn zu tun, was immer nötig ist. Dieses Bekenntnis wurde auch schon konsequenter ausgelebt. Mit dem Amerikaner Ryan Lasch verpflichteten die Zürcher einen zusätzlichen Ausländer, er sprang primär für den Langzeitverletzten Fredrik Pettersson ein. Als sich weitere Lücken auftaten, griff der Klub bei den GCK Lions zu. So kamen der Finne Teemu Rautiainen und der Kanadier Ryan Hayes ins Hallenstadion. Unter anderen Umständen hätten die Zürcher nach weitaus grösseren Kalibern Ausschau gehalten. Aber aus Rücksicht auf politische Befindlichkeiten wurden sie nicht aktiv. In Pandemiezeiten mit staatlicher Unterstützung wollten sie nicht als rücksichtslose, unsolidarische Lohntreiber Angriffsfläche bieten. Das ist verständlich, zeugt aber auch von etwas wenig Selbstbewusstsein. Wer den Erfolg sucht, muss mit Neid und Missgunst rechnen und dies auch aushalten können, ob nun eine Pandemie herrscht oder nicht. Die politisch motivierte Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat auf jeden Fall sportliche Substanz gekostet.


    Und schliesslich: Die ZSC Lions sind als KMU schon seit einer Weile ziemlich am Anschlag. Der Bau der 169-Millionen-Arena in Altstetten, in der ab Herbst 2022 gespielt werden wird, beansprucht intern sehr viele Ressourcen. So viele, dass der CEO Peter Zahner schon im Frühling 2019 nach dem Verpassen der Play-offs einräumen musste, der Klub müsse sich wieder stärker um den Sport kümmern. In diesem Jahr kam die Pandemie als weiteres Hindernis hinzu. Vor lauter Businessplänen, Bauetappen und Bundesgeldern ist das Kerngeschäft nun erneut nicht an erster Stelle gestanden. Das darf den ZSC Lions im Hinblick auf die nächste Saison nicht noch einmal passieren. Müsste man ihnen für die abgelaufene Spielzeit eine Zeugnisnote verteilen, hätten sie eine Vier verdient. Genügend. Mehr nicht.

  • Wahnsinn. Absolut perfekte Analyse. Wer es sich leisten kann auf eine Genoni zu verzichten und auf einen Malgin oder Müller... tut nicht alles für den Erfolg.

  • Ghetto wirkte für mich im HF angeschlagen: denke nicht, dass er mental bereits müde war, was theoretisch auch sein könnte.
    mal hoffen, dass für die neue Saison doch noch nachgebessert wird, zumal im Herbst auch wieder Zuschauer ins Stadion dürf(t)en.
    lange Zeit waren zu viele wichtige Spieler weit weg von der Normalform.
    wäre schon interessant, da mehr zu erfahren, wie es die Spieler selber sehen.

  • Ghetto wirkte für mich im HF angeschlagen: denke nicht, dass er mental bereits müde war, was theoretisch auch sein könnte.
    mal hoffen, dass für die neue Saison doch noch nachgebessert wird, zumal im Herbst auch wieder Zuschauer ins Stadion dürf(t)en.
    lange Zeit waren zu viele wichtige Spieler weit weg von der Normalform.
    wäre schon interessant, da mehr zu erfahren, wie es die Spieler selber sehen.

    Viele waren halt auch lange oder immer wieder verletzt. Bodenmann eine Saison zum Vergessen, Roe, Krüger, Luki.

  • Es hatten ja fast alle Corona, kann auch ein Faktor sein beim einen oder anderen.


    Dazu wurden einige Spieler Vater, nicht immer einfach bei schreienden Babies zu schlafen.


    Soll aber keine Entschuldigung sein.


    Bin gespannt, welche Lehren gezogen und kommuniziert werden. Stand heute muss schon noch etwas Positives für nächste Saison kommuniziert werden, nur was?


  • Danke fuer das posten 007. Ich kann mich Larry und Blackstar nur anschliessen, eine Super Analyse von Pickel.

  • Tja, das war "sang und klanglos".


    Ein "lahmes Ende"; wie die ganze Saison lahm war. Corona, zwei Saisonkarten, nicht ein Spiel in der Halle. Trotzdem (oder auch deswegen), keine wirkliche Emotionen verspürt. Eine Saison zum Vergessen (von A-Z; in allen Belangen).


    Ansonsten war es aber irgendwie wie (fast) immer. Lahme, oftmals ärgerliche Quali (wenn man sich dann ärgern würde) und dann halt dieses Jahr keine PO, die das rausholen konnten.


    Eigentlich eine Basis, um ganz viel Saisonkarten, aber auch "Tagesgäste" zu verlieren ...

  • Gute Zusammenfassung von Pickel...

    Ich bin gespannt wie viele verletzte wir wirklich haben, denke es haben doch einige die Zähne zusammengebissen und gespielt.


    Immerhin Ende April und wir konnten noch Hockey spielen, besser wie bereits im März rauszufliegen :-)


    Auch freue ich mich auf das 1. Heimspiel gegen meinen neuen "Lieblingsgegener" aus dem Westen.

  • Gemäss Tagi kommen Sopa von Bern plus 2 neue CH-Spieler, dessen Namen wir nicht kennen. Bin ich ja mal gespannt. Zudem holt man 2 neue Ausländer (wir können ja immer noch mit 5 spielen)

  • Nun gut, wir haben den Halbfinal mit 3:0 verloren. Keine Chance. Ausser, dass wir in keinem Spiel die effektiv schlechtere Mannschaft gewesen sind, gem. den Advance Stats. Aber Scheiss drauf!! Ich als Konsument vor dem TV, will gopferdami nochmal den ZSC Siegen sehen. Ich habe das verdient, weil ich das so erwarte.

    Pandemie? Bundesgelder? Reputation? Scheiss drauf - Hauptsache Erfolg! Und wenn wir schon dabei sind: Dann darf das nicht nur für die Klubleitung gelten,

    sondern muss DNA-mässig von oben nach unten gelebt werden. Also: Alles für den Sieg! Warum hat Törmerness von Riedi nicht einen Kopf-voran-Bandencheck bekommen? Warum hat sich Roe nicht wie damals in Zug gegen den SCB fallen gelassen? Warum haben wir nicht einfach alles für den Sieg gemacht??


    Und es ist mir total egal, was für ein Minimalziel wir hatten! Was interessieren mich die Millionarios aus Lugano und Lausanne, die grossen Clubs SCB und HCD,

    welche alle nicht im Halbfinale standen. MIR SIND ZÜRI .............

  • Ghetto wirkte für mich im HF angeschlagen: denke nicht, dass er mental bereits müde war, was theoretisch auch sein könnte.
    mal hoffen, dass für die neue Saison doch noch nachgebessert wird, zumal im Herbst auch wieder Zuschauer ins Stadion dürf(t)en.
    lange Zeit waren zu viele wichtige Spieler weit weg von der Normalform.
    wäre schon interessant, da mehr zu erfahren, wie es die Spieler selber sehen.

    Es hing halt auch zu viel an Ghetto und er hat sich halt schon aufgerieben. Er hat teilweise etwas genervt gewirkt, war aber einer der wenigen der wirklich immer Vollgas gegeben hat. Ohne seine Linie wäre schon im VF Schluss gewesen, von den anderen Linien kam offensiv einfach viel zu wenig.

    Für mich ist insbesondere das Jahr 2021 eine Enttäuschung, oftmals wirklich sehr schwache Auftritte in der Quali, dann ein kleines Aufbäumen gegen Lausanne mit 3 guten Spielen und insbesondere defensiv soliden Leistungen. Aber nach vorne ging einfach viel zu wenig mit Ausnahme der 1. Linie. Es zeigte sich halt einmal mehr, dass man den Schalter nach der Quali nicht einfach umlegen kann...

  • Insgesamt sehr gute Analyse von Pickel, primär auch was die sportliche Seite betrifft.
    Eine Blutauffrischung in der Mannschaft kann etwas bewirken, nur beschränkt sich dies in unserem Fall vermutlich auf die 4. Ausländerposition plus den Assistenztrainer.

    Einzig die gesamte Klubführung/das Management kommt in der Analyse aus meiner Sicht zu gut weg.
    Es ist in den letzten 10 Jahren (gefühlt) leider Ende Saison mehrheitlich so, dass wir von aussen den Spiegel vorgehalten bekommen wie in der Analyse von Pickel.
    Seitens des Klubs lesen wir aber immer wieder die gleichen Begründungen (Ausreden?), warum dieses oder jenes Ziel nicht erreicht wurde. Es folgt dann jeweils eine Saison der "Wiedergutmachung". Treten an Ort nennt man dies.
    Im Bereich der Klubführung wäre daher aus meiner Sicht eine (dynamische) Blutauffrischung wesentlich dringender als im sportlichen Bereich.
    Frischer Wind nach dem top-down Prinzip und nicht buttom-up.

  • Svobodas Schlampen.. haben nochmals aufgrüstet...

  • Komm herunter! Wenn man im Halbfinal ausscheidet, muss Kritik erlaubt sein. Und die ist durchaus differenzierter, als du darstellst....

  • Simon Graf / Tagi:


    Kaum einer, der die ZSC Lions vor dieser Saison nicht zu den Meisterschaftsfavoriten erklärte. Die Mannschaft, die 2019/20 im ersten Jahr unter Rikard Grönborg auf Rang 1 abgeschlossen hatte, ehe das Playoff wegen des Coronavirus abgesagt wurde, blieb weitgehend zusammen. Pius Suter wurde durch Rückkehrer Sven Andrighetto ersetzt, dazu kam die Möglichkeit, wegen Suters Abgang trotz laufenden Vertrags fünf Ausländer einzusetzen.

    Doch es ist nichts geworden aus dem siebten Titel der Neuzeit. Die Zürcher landeten in der Regular Season auf Rang 5 und scheiterten im Halbfinal mit 0:3 an Servette. Da gibt es nichts schönzureden: Sie haben nicht erfüllt.


    Bei den ZSC Lions wirkt alles etwas festgefahren. Zum Glück kam mit Sven Andrighetto ein neuer Topstürmer, sonst hätte es sogar noch eng werden können mit der Playoff-Qualifikation. Es waren einige wenige, die das Team durch die durchzogene zweite Saisonhälfte trugen: der erstaunliche Ludovic Waeber im Tor, der pflichtbewusste Captain Patrick Geering, der erfolgshungrige Andrighetto. Dahinter gab es viel zu viel Mittelmass und Genügsamkeit.


    Einen grösseren Umbruch gibt es auf nächste Saison hin nicht. Die Abgänge von Berni, Prassl und Simic stehen fest, Wick dürfte aufhören, bei den Ausländern bleiben Noreau, Roe und Krüger. Zwei neue dürften kommen – in der nächsten Saison dürfen die ZSC Lions, falls Suter in der NHL bleibt, nochmals deren fünf einsetzen. Vom SC Bern kommt Jungstürmer Sopa, zwei weitere Schweizer Transfers sind aufgegleist. Aber die Struktur wird sich dadurch nicht gross verändern. Und die Zürcher haben eines der ältesten Teams der Liga. Sportchef Sven Leuenberger muss sich etwas einfallen lassen.

  • Nun gut, wir haben den Halbfinal mit 3:0 verloren. Keine Chance. Ausser, dass wir in keinem Spiel die effektiv schlechtere Mannschaft gewesen sind, gem. den Advance Stats. Aber Scheiss drauf!!

    Advanced Stats sind zwar schön und gut, aber wie sagt man so schön: die Resultattafel lügt nie!


    Das ist genau das was ich nicht hoffe: dass man schlussendlich auf irgendwelche schönen Statistiken schaut in der Saisonanalyse und dann sagt, eigentlich war es ja gut aber wir hatten einfach Pech, viele Verletzte, Benachteiligung durch die Liga etc. Nein, wir waren diese Saison einfach nicht gut genug!

    Ich habe während der Pausen oder als das Spiel in Genf faktisch entschieden war auch ein bisschen zum Spiel Zug-Rappi gezappt. Dort hatte man manchmal das Gefühl vom Tempo, der Intensität und den gefährlichen Schüssen her, und zwar auf beiden Seiten, man schaue eine andere Sportart...

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