• Niederlage im Derby als Dolch-Stoss? Zubi stellt FCZ-Coach Henriksen infrage: «Nicht das, was man sehen will»

    Zubi stellt FCZ-Coach Henriksen infrage: «Nicht das, was man sehen will»
    Der FC Zürich verliert das Derby gegen GC und wartet seit fünf Spielen auf einen Sieg. Derweil diskutieren die blue Sport Experten Christian Schneuwly und…
    www.bluewin.ch

    - bo weigert sich standhaft die eigengewächse langsam einzubauen und an die nla ranzuführen

    - dadurch setzt er immer auf die gleichen 11-13 spieler. das kader ist recht dünn ohne rotationen. die folge, auch ohne belastung europacup: in der 2. hz und vor allem in den letzten 10 minuten bricht die mannschaft ein und/oder leistet sich aussetzer wie lindrit gestern.

    - das klare statement von bo zum fcz fehlt bis heute

    jetzt wäre tatsächlich der richtige zeitpunkt zu verkünden, dass man mit bo nicht verlängert. der fcz definiert sich als ausbildungsclub. sämtliche staffneulinge, vor allem diese von red bull, sind für das geholt worden. die clubphilosophie passt nicht (mehr) zu diesem trainer.

    bo war genau der richtige bis im herbst 2023. jetzt zeigen sich aber seine limiten schonungslos auf. en geile siech finde ich ihn immer noch. danke bo, aber es ist zeit für eine veränderung. im sinne von dir selber, aber auch vom fcz.

    NieUsenandGah

  • Was man auch mal sagen darf, wenn man so sieht was die Herren Fändrich und Kollegen jeweils abliefern hat die Ester Staubli gestern einen Topjob genacht. Beste Schuri Leistung seit langem. Sich nicht selbst in den Mittelpunkt gestellt und null zweifelhafte Entscheide!👏👏

  • Was man auch mal sagen darf, wenn man so sieht was die Herren Fändrich und Kollegen jeweils abliefern hat die Ester Staubli gestern einen Topjob genacht. Beste Schuri Leistung seit langem. Sich nicht selbst in den Mittelpunkt gestellt und null zweifelhafte Entscheide!👏👏

    Stimmt, kein Fehlentscheid..aber sie verlor leider in Hälfte 2 komplett die Linie. Während in Hälfte 1 jedes zweite Dutzenfoul gelb ga, blieben die Karten im Hälfte 2 auch beim 4 Foul innerhalb von 30 Sekunden ungezückt.

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    Tagi, 31.1.24, Schifferle, Kägi
    Grosser Umbau beim FCZ
    Wie viel Macht hat Sportchef Malenovic?
    Der neue starke Mann entfacht beim FC Zürich Aufbruchstimmung. Präsident Ancillo Canepa erklärt seine Rolle – und sagt, wie es mit Trainer Bo Henriksen weitergeht.
    Es ist kein Sonntag, wie ihn Ancillo Canepa gernhat. Es ist eher einer, um in die Pfeife zu beissen. «Die Enttäuschung ist gross», sagt der Präsident des FC Zürich am Tag nach dieser schmerzhaften Niederlage – erlitten durch das Tor von Pascal Schürpf in der 95. Minute des Derbys gegen die Grasshoppers. «Völlig unnötig» sei dieses 1:2, befindet Canepa, «wir hätten das Spiel in der ersten Halbzeit vorzeitig entscheiden müssen.»

    Im Moment läuft es nicht beim FCZ. Eigentlich läuft es ihm seit dem 25. November nicht mehr gut. Damals gewann er gegen YB 3:1 und war Tabellenführer. Die Bilanz seither liest sich unerfreulich: fünf Spiele, drei Tore, null Siege, nur zwei Punkte und nur noch Platz 4.

    Was ist los mit der Mannschaft? Wieso ist sie, wie schon in der Vorwoche gegen Basel, nach einem akzeptablen Start eingebrochen und nur noch planlos gewesen? «Berechtigte Frage», sagt Canepa. Und schiebt nach: «Ich weiss es auch nicht.»

    Der Sportchef: Wirbelwind in Schwamendingen

    Der jüngste sportliche Ertrag passt so gar nicht zur Aufbruchstimmung beim FCZ, von der Ancillo Canepa noch zwei Tage vor dem Derby in seinem Büro berichtet. In seiner Ausführlichkeit gerät er ins Schwärmen ob der strukturellen, personellen und atmosphärischen Veränderungen in seinem Verein.

    Was draussen im Schwamendinger Home of FCZ geschieht, hat viel mit Milos Malenovic zu tun. Im Sommer zogen die Canepas, Ancillo und Heliane, den 39-Jährigen als Berater hinzu, der den Club während dreier Monate durchleuchten sollte. «Es war eine Sache von zwei, drei Tagen, um mit ihm einig zu werden», erzählt Canepa. Mit dem Beratungsvertrag verbunden war bereits damals die mündliche Option, dass Malenovic ab 1. Oktober die Nachfolge des nach Augsburg entschwundenen Sportchefs Marinko Jurendic antritt.
    Das Datum war bewusst gewählt, damit Malenovic genügend Zeit blieb, seine laufenden Geschäfte als Spielerberater zu beenden und sich von seiner eigenen Agentur loszulösen. Seither wirbelt Malenovic, der frühere Stürmer, durch die langen Gänge des Home of FCZ.

    Vier Nachwuchsteams haben inzwischen einen neuen Trainer, es gibt einen Coach für die Coaches, der neuerdings auch die U-21 betreut (Ricardo Moniz), einen neuen Ausbildungschef (Sascha Milicevic). Dennis Hediger und Johan Vonlanthen sind für den Nachwuchs dazugekommen. Mit Gian-Luca Frontino gibt es einen zusätzlichen Assistenten für Bo Henriksen. Auch der Goalietrainer ist neu. Und das Scouting ist personell deutlich aufgewertet worden: In dieser Abteilung gibt es einen Chef (Malenovic), einen Koordinator und drei Spezialisten, die sich um die Analyse von möglichen neuen Spielern kümmern. Früher machte Thomas Bickel das allein.
    «Ja, das alles kostet Geld», sagt Canepa. Aber ein Zusatzbudget hat er dafür nicht bereitgestellt. Die Rechnung muss sich auf andere Art ausgleichen. Und vor allem: «Wir hoffen, dass sich der Spielbetrieb der ersten Mannschaft endlich selbst finanziert.» Selbst finanzieren heisst: mit selbst ausgebildeten oder eingekauften Spielern Transfererlöse erzielen.

    Darum betont Canepa auch, dass sie künftig lieber 18- bis 21-Jährige verpflichten statt Spieler, die schon 30 sind. Das Schlagwort dazu hat er gleich auch parat: «Einen Messi kaufen können wir nicht. Aber, bildlich gesprochen, einen zu einem Messi ausbilden, das können wir eher.»

    Grosse Talente haben sie beim FCZ bereits ausgemacht, auf allen Nachwuchsstufen, «Triple A» nennt Canepa diese Spieler gern. Wilfried Gnonto ist ein gutes Beispiel dafür. Als 16-Jähriger kam er zum FCZ, zwei Jahre später, 2022, wurde er für knapp 5 Millionen Franken nach Leeds verkauft. Diesen Sommer lag Leeds offenbar schon ein Angebot für Gnonto über 30 Millionen vor, aber der Club aus der Championship lehnte ab. Der FCZ hätte beim Weiterverkauf rund ein Viertel erhalten, 7,5 Millionen.

    Fehlender Aktivismus ist Malenovic nicht vorzuwerfen. Was er innerhalb weniger Wochen an Veränderungen angestossen hat, sorgt vielmehr für den Eindruck, dass er schon fast allmächtig unterwegs ist. Wie gross ist denn Malenovics Macht, Ancillo Canepa?

    Der Präsident legt die Pfeife zur Seite, an der er so gern zieht. «Wir haben uns etwas überlegt, als wir Milos verpflichteten», sagt er. Er und seine Frau hatten länger schon die Gedanken gewälzt, in welche Richtung sich der FCZ entwickeln soll. Und sie kamen auch zu einem Ergebnis. Fehlte nur noch der Mann, der ihre Ideen voller Tatkraft umsetzt. Darum haben sie Malenovic ausgewählt, Malenovic wiederum hat das Angebot angenommen, weil er, so sagt es Canepa, gespürt hat: «Wow, hier kann ich etwas bewegen und habe die notwendige Unterstützung.»

    An der letzten Generalversammlung sagte Canepa: «Wir wollen den FCZ neu erfinden.» Er weiss: «Das sind grosse Worte.» Aber er will die Veränderungen, um den FCZ nachhaltig aufzustellen, «je schneller, desto besser», sagt er, «und das hat nichts mit Hektik zu tun». Alles sei wohlüberlegt. Und habe ein Ziel: Das Auf und Ab der letzten 15 Jahre soll ein Ende haben. Canepa will «endlich einmal» sportlich und finanziell Kontinuität haben.

    Und um noch die Frage nach Malenovics Macht zu beantworten, sagt Canepa: «Es geht nicht darum, nicht um Macht. Es geht um Ideen, um Vorschläge, vor allem geht es um das Umsetzen von Ideen.» Malenovic scheinen sie zumindest nicht auszugehen.

    Die Zukunft: Den lokalen Bezug stets bewahren

    Ancillo Canepa beschreibt Milos Malenovic als «führungs- und durchsetzungsstark», als «kompetent und ehrgeizig». Er schätzt an seiner neuen Führungskraft, dass sie eine Leistungskultur eingeführt hat. Dazu gehört, dass am Montagmorgen um 9 Uhr auch die Nachwuchstrainer im Büro zu erscheinen haben: um zum einen die Spiele des Wochenendes zu analysieren und zum anderen die Woche zu planen. Canepa gefällt auch, dass jetzt intensiv Individualtrainings mit den Spielern stattfinden.

    Die NZZ behauptete vor wenigen Tagen, Malenovic «dürfte ein Vorkaufsrecht» auf den FCZ haben. «Bullshit!», entfährt es Ancillo Canepa. Anders formuliert: Er bezeichnet diese Behauptung schlicht als Blödsinn. Und ergänzt: «Wenn Ahnungslose Spekulationen anstellen, entstehen solche Räubergeschichten.»

    In der Welt der Investoren und der Netzwerke, die sich breitmachen, hat der FCZ durchaus seine Anziehungskraft. In der Schweiz ist der Weg in den Europacup recht kurz, weil sich gleich fünf Clubs dafür qualifizieren können. Zürich ist dank seiner Wirtschaftskraft ein ausserordentlicher Standort. Der FCZ darf für sich in Anspruch nehmen, seriös geführt zu sein und recht vernünftig zu wirtschaften. Und die Emotionalität von der Präsidentenloge bis in die Südkurve macht den Club lebendig.
    Immer wieder erhalten die Canepas Anfragen von ausländischen Investoren oder Clubs, die beim FCZ einsteigen oder ihn am liebsten gleich ganz übernehmen wollen. Namen nennt Canepa keine. Es macht nun das Gerücht die Runde, dass sich der Los Angeles FC erst beim FCZ gemeldet hatte, bevor er sich GC zuwandte. «Kein Kommentar», sagt Canepa.

    Aber egal, wer sich für den FCZ interessiert, jeder vernimmt die gleiche Antwort von Canepa: «Ein Verkauf ist nach wie vor kein Thema.» Der lokale Bezug ist ihm und seiner Frau wichtig, diese Verankerung in der Stadt und der Region. Sie wollen nie Befehlsempfänger eines ausländischen Investors sein, «niemals!», betont er.

    In einem Interview, das kurz auf der FCZ-Website aufgeschaltet war, äusserte sich auch Malenovic dazu: Wenn irgendwelche Investoren einen Club für ein Businessmodell ausnutzen wollten, wie man das bei GC sehe, sei das eigentlich traurig für den Schweizer Fussball.

    Canepa berichtet von der Freude an den Veränderungen in seinem Club, nicht nur im Fussball, auch im Management. Wo zum Beispiel der einst von der Südkurve offen angefeindete Nick Gast als COO für ein schlechtes Klima sorgte, ist nun Roger Herzog als Geschäftsführer tätig. Einen «Glücksfall» nennt Canepa die Wahl von Herzog, einem früheren CEO des börsenkotierten Immobilienunternehmens Allreal. «Das macht alles Spass», bilanziert Canepa, «aber es braucht Geduld, bis die Äpfel reif sind.»

    Der Trainer: Die Geld- und Spielerfrage

    Die Canepas und ihr Sportchef wollen den FCZ zum Systemverein machen, à la Ajax Amsterdam oder Red Bull Salzburg, zum Verein mit einheitlicher Spielphilosophie von den Pampers bis zu den Profis. Die ersten Eindrücke, die Canepa von Auftritten einzelner Nachwuchsteams gewonnen hat, bestätigen ihn, den richtigen Kurs eingeschlagen zu haben. «Wir wollen niemanden kopieren, wir haben unsere eigene Philosophie», sagt er. «Schnell spielen, schnell nach vorn, Pressing, umschalten, bumm-bumm!» So soll es künftig aussehen.

    Oben, bei den Profis, trägt Bo Henriksen die Verantwortung. Er denkt noch anders. Das Resultat hat für ihn überragende Bedeutung. Er setzt keinen Spieler ein, nur weil der jung ist und die Chefs dann ihre Freude haben, er setzt die ein, von denen er glaubt, sich auf sie verlassen zu können.
    Dass jüngst Junge etwas häufiger zu Einsätzen gekommen sind, schreibt Canepa den Folgen ihrer gesteigerten individuellen Betreuung zu. Das ändert aber nichts daran, dass die Resultate deutlich schlechter geworden sind und Henriksen in der Not kaum wirklich handeln kann, weil das Kader dünn besetzt ist. «Wir wollen keinen Einfluss auf Bo nehmen, wie er personell entscheidet, nein», betont Canepa, «aber dass wir den Schritt mit den Jungen gehen wollen, das steht fest. Das muss nicht gleich heute oder morgen sein. Das kann auch übermorgen sein.»

    Henriksen hat den unbedingten Willen, einen Titel zu gewinnen. Und wenn es für ihn darum geht, den im Sommer auslaufenden Vertrag zu verlängern, wird ein Punkt für ihn wesentlich sein: Welches Kader stellen ihm seine Chefs zur Verfügung? Dass es daneben auch noch ums Geld gehen dürfte, sollte nicht weiter überraschen.

    Drei Tore hat der FCZ in den letzten fünf Spielen erzielt. Die offensiven Schwächen sind unverkennbar. Einen neuen Stürmer gibt es für Henriksen trotzdem nicht. Zumindest deutet das Canepa an, wenn er auf die entsprechende Frage sagt: «Gegen Basel wie auch gegen GC verhinderten schlicht herausragende Torhüterleistungen Tore von uns.»

    Die jüngste Serie mit 2:13 Punkten mag nun die Verhandlungsposition Henriksens nicht stärken. Für Canepa spielt das keine Rolle. Aber was ist nun seine Prognose? Bleibt Henriksen oder nicht? «Wir gehen davon aus, dass er bleibt.» Mit «wir» meint er auch Malenovic.

  • Lief es dem EHC Scheisse, ging es dem FCZ gut und aktuell läufts mal wieder umgekehrt und der FCZ bringt kein Bein vor das andere. Und damit es uns nicht zu langweilig wird, war zur Abwechslung die HZ2 gut, währenddessen die HZ 1 höchstens als Anschauungsunterricht zum Lehrfilm "In den Tiefen der 5. Liga" ausreichte.

  • der fcz macht das einzig richtige. hoffen wir auf ein urteil, welches solche politikerwillkür in zukunft verunmöglicht.

    «Diese Massnahme ist rechtswidrig»: Der FCZ wehrt sich gegen Sektorsperre

    «Diese Massnahme ist rechtswidrig»: Der FCZ wehrt sich gegen Sektorsperre
    An den vergangenen zwei Wochenenden kam es in Zürich zu massiven Ausschreitungen zwischen Fussballfans und der Polizei. Infolgedessen wurde die Südkurve für…
    www.zueritoday.ch

    NieUsenandGah

  • Das Sicherheitsdepartement der Stadt Zürich hat mit Verfügung vom 25. Januar 2024 angeordnet, dass der Sektor mit den Stehplätzen der Südkurve (Sektor D) im Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Lausanne-Sport geschlossen bleiben muss. Der FC Zürich hat diese Verfügung angefochten, da die Massnahme aus seiner Sicht rechtswidrig ist. Mit dieser Anfechtung möchte der FC Zürich primär gerichtlich beurteilen lassen, inwieweit ein Fussballclub für Ereignisse, die ausserhalb seines Einflussbereiches liegen, verantwortlich gemacht werden darf.

    Der FC Zürich ist Mieter des Stadions Letzigrund und veranstaltet darin Fussballspiele. Wenn der Sektor D behördlich gesperrt wird, kann er den vertraglichen Verpflichtungen gegenüber unbescholtenen Saisonkarteninhabern nicht nachkommen. Dadurch werden verfassungsmässige Rechte des FCZ wie die Wirtschaftsfreiheit oder die Eigentumsgarantie verletzt. Aus Sicht des FC Zürich handelt es sich bei der Kollektivstrafe um eine willkürliche Massnahme und einen krassen Verstoss gegen den Gerechtigkeitsgedanken.

    Behördliche Massnahmen, welche Private in ihren verfassungsmässigen Rechten einschränken, müssen eine gesetzliche Grundlage haben und verhältnismässig, sprich geeignet, erforderlich und zumutbar sein.

    Gesetzliche Grundlage

    Die Stadt Zürich stützt die behördliche Massnahme auf das Konkordat über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen und dabei insbesondere auf Art. 3a Abs. 2. Gemäss dieser Bestimmung kann die Bewilligung zur Durchführung eines Fussballspiels zur Verhinderung gewalttätigen Verhaltens mit Auflagen verbunden werden, wozu beispielhaft auch Regeln für den Verkauf der Eintrittskarten gelten. Eine solche Auflage darf aber ausschliesslich der Prävention von Gewalt dienen, nicht aber der Sanktion von vergangenem Verhalten.

    Die Sperrung eines ganzen Stadionsektors nach erfolgten Gewaltausschreitungen hat einen rein bestrafenden Charakter. Es geht den Behörden darum, die Gewalttäter für ihr Verhalten zu bestrafen. Dabei wird auch die Bestrafung des FC Zürich sowie einer grossen Mehrzahl wohlverhaltender Fans bewusst in Kauf genommen. Diese Form einer Kollektivstrafe basiert auf der ebenso untauglichen wie rechtlich unhaltbaren Idee, dass sich die Unschuldigen gegen die wenigen Gewalttäter auflehnen und sich das Problem dadurch von selbst löst.

    Das kantonale Hooligan-Konkordat sieht aber gerade keine bestrafenden Massnahmen vor. Es hat einen rein präventiven Charakter. Die Sperrung des Sektors D als Kollektivstrafe ist damit gesetzlich gar nicht vorgesehen. Es fehlt ihr an einer gesetzlichen Grundlage.

    Verhältnismässigkeit

    Die behördliche Massnahme ist sodann nicht geeignet, den anvisierten Erfolg – nämlich die Verhinderung künftiger Gewaltausschreitungen wie jene vom 21. Januar 2024 – zu erreichen.

    a) Durch die Sperrung wird nicht verhindert, dass sich gewalttätige Personen ausserhalb des Stadions zusammenfinden können und Ausschreitungen begehen können. Die erfolgte Sperrung könnte aus Sicht des FC Zürich sogar das Gegenteil bewirken, indem sich Personen durch die Strafe provoziert fühlen oder sich bisher wohlverhaltende Fans durch die Strafe mit gewaltbereiten Personen solidarisieren könnten.

    b) Das Strafrecht ist schliesslich Sache des Bundes und erfolgt mittels Einzeltäterverfolgung durch die Strafbehörden und die Polizei. Es bedarf einer ausgeprägten und zielgerichteten Einzelverfolgung der Täter. Im vorliegenden Fall wurde keine Person identifiziert oder festgenommen.

    c) Private können nicht damit beauftragt werden, Gewalttäter zu bestrafen oder schon nur anzuzeigen oder sonst wie mitzuwirken. Die Unschuldigen haben ohnehin selbst keine Kenntnis der Gewalttäter, weder der FC Zürich noch die sich wohlverhaltenden Fans.

    Ereignisse, die ausserhalb des Einflussbereiches des Clubs liegen

    Weiter ist die Massnahme – insbesondere in persönlicher Hinsicht – auch nicht erforderlich, weil der FC Zürich nicht verantwortlich ist für das Verhalten Dritter:

    d) Der FC Zürich als Veranstalterin eines Fussballspiels wird mit der Massnahme für Gewaltausschreitungen Dritter verantwortlich gemacht. Mangels eigener Polizeigewalt kann der FC Zürich weder innerhalb des Stadions und schon gar nicht weit ausserhalb des Stadionperimeters entscheidenden Einfluss auf das Verhalten Dritter nehmen. Diese Kompetenz hat allein die Polizei und die Strafverfolgungsbehörden.

    e) Staatliche Massnahmen haben sich in persönlicher Hinsicht primär gegen diejenigen zu richten, die dazu Anlass gegeben haben. Dies ist nicht der FC Zürich oder die grosse Mehrheit seiner Zuschauerinnen und Zuschauer. Die polizeiliche Massnahme richtet sich damit nicht gegen die Verursacher von Gewaltausschreitungen. Der FC Zürich ist damit im rechtlichen Sinne her weder Verhaltensstörer noch Zweckveranlasser des störenden Umstands.

    f) Das Problem der Gewaltausschreitungen liegt bei den gewaltausübenden Personen selbst und meist bei deren Eltern. Das Problem liegt aber nicht beim Fussballclub, dessen Farben diese tragen. Die Möglichkeiten des FC Zürich zur Verhinderung von Gewaltausschreitungen sind sowohl innerhalb des Stadions und erst recht ausserhalb desselben begrenzt. Er unternimmt im Rahmen seiner Möglichkeiten alles zur Gewaltvermeidung und übt hinsichtlich der Sozialisierung der Fans viele Tätigkeiten aus. Den wenigen wirklichen Problemfans kann so aber nur eingeschränkt begegnet werden. Bei solchen hilft nur konsequente Strafverfolgung, d.h. Verhaftungen, Identifikation der Täter, gefolgt von rigoroser Durchsetzung von Stadion- und Rayonverboten.

    g) Zu erwähnen ist auch die statistisch belegte Tatsache, dass die Anzahl von derartigen Er-eignissen in den letzten Jahren zurückgegangen ist. Dies ist nicht zuletzt auf das «Good Hosting»-Konzept der Vereine zurückzuführen. Auch der permanente Dialog mit den Fan-Gruppierungen haben zu diesem Rückgang beigetragen.

    Schlusswort

    Wir fordern, dass gewaltbereite und gewalttätige Einzelpersonen im Rahmen der Einzeltäterverfolgung konsequent durch die zuständigen Behörden identifiziert und bestraft werden. Das Abschieben dieser Verantwortung auf die Vereine erachtet der FC Zürich als gesetzeswidrig.

    Der FC Zürich erachtet auch die behördliche Massnahme von Sektorsperren als das falsche Mittel, um künftig Gewaltausschreitungen zu verhindern. Nebst dem Umstand, dass die Massnahme gegen das Legalitätsprinzip verstösst, ist diese weder geeignet noch insgesamt verhältnismässig, um den verfolgten Zweck zu erreichen. Demzufolge ist auch die Sperrung des Sektors D rechtswidrig. Zumal es sich um Ereignisse handelt, die ausserhalb des Einflussbereiches des FC Zürich liegen.

    NieUsenandGah

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    Ist das Kollektiv so unschuldig, dass es nicht bestraft werden darf?


    Bei der Einkesselung in Kloten waren offensichtlich mehere Personen eruierst worden, welche mit Stadionverboten belegt waren. Das Kollektiv bot somit den Schutz, verurteilten Verbrechern den Zutritt zum Stadion zu verschaffen, ist so das Kollektiv nich unschuldig?

    Es gibt wohl doch kaum Alternativen zum persönlichen Ticket mit ID-Kontrolle ...

  • Ist das Kollektiv so unschuldig, dass es nicht bestraft werden darf?


    Bei der Einkesselung in Kloten waren offensichtlich mehere Personen eruierst worden, welche mit Stadionverboten belegt waren. Das Kollektiv bot somit den Schutz, verurteilten Verbrechern den Zutritt zum Stadion zu verschaffen, ist so das Kollektiv nich unschuldig?

    Es gibt wohl doch kaum Alternativen zum persönlichen Ticket mit ID-Kontrolle ...

    hm, der verein und/oder das kollektiv (also die südkurve) sind insofern für die randale am bahnhof altstetten mitverantwortlich, weil beide überhaupt existieren! selbstredend würden am bahnhof altstetten kaum 50-100 fcz fans auf die basler fans los gehen wollen, wenn es den fcz gar nicht geben würde! :mrgreen:

    aber sie würden es mit garantie trotzdem tun, wenn sie nur mit personalisierten tix ans vorangegangene fcz spiel hätten gehen können. bei der identifizierung der täter, wie bei randalen am bahnhof altstetten, nützen diese tix nämlich genau gar nix! schon gar nicht bei so einer grossen kurve wie derjeniegen vom fcz, mit 4-5000 mitgliedern. und das wissen diese jungs auch! wie (fast) überall im gesellschaftlichen zusammenleben, nutzen sie die schwächen des rechtstaates bewusst und gnadenlos aus und stellen ihren eigenen spass über die gesellschaft und den eigenen verein.

    ausserdem: wer weiss schon, ob sämtliche dieser altstettener bahnhofchaoten überhaupt am spiel waren? evt. hat ein nicht unerheblicher teil dieser idioten bereits schon ein schweizweites - und mehrjähriges - stadionverbot kassiert und waren dementsprechend auch gar nicht im stadion! und auch wenn sie mit einem personifizierten ticket im stadion waren, nützt dieses null und nichts für eine identifizierung dieser straftäter fast 1 stunde nach dem spiel und knapp 2 kilometer vom stadion entfernt.

    das einzige wirksame mittel um solche vorkommnisse zu verhindern sind rayonverbote und eine meldepflicht. allerdings auch nur dann, wenn diese konsequent um- und auch durchgesetzt werden. nach aussage der polizei wird aber genau dies nicht gemacht! „einfach“ darum, weil ihnen die dazu nötigen personellen und administrativen ressourcen fehlen!

    ich habe übrigens durchaus kein problem mit personifizierten tix. ich selber habe ja mit der saisonkarte bereits ein solches, zumindest bei heimspielen. aber ich habe ein problem mit hilflosem politikeraktionismus, welcher hauptsächlich (wahrscheinlich) dazu dient den stammtisch zu bedienen und vor allem die eigene wiederwahl zu sichern, aber im inhalt vollkommen nutzlos ist.

    das sieht die swiss football league übrigens ganz ähnlich. der ceo der swiss football league, claudius schäfer, erklärte das im tagesgespräch letzte woche im schweizer radio sehr sachlich und abslout faktenbasierend. ich habe dieses gespräch im randale fred gepostet, hör es dir an, es lohnt sich! :wink:

    eine einkesselung empfinde ich übrigens nicht als kollektivstrafe, wenn sie dazu dient - mittels ausweiskontrolle - bereits bekannte straftäter aus der anonymität zu holen und mögliche straftäter von möglichen straftaten abzuhalten, indem sie mit der einkesselung - und der daraus resultierenden ausweispflicht - ebenso entanonymisiert werden. ein durchaus taugliches mittel. eine kollektivstrafe wäre die einkesselung erst dann, wenn man sämtlichen eingekesselten den besuch des spiels, ohne rechtlich haltbare - oder gar ohne - begründung, verweigern würde.

    auch die vielzitierte selbstregulierung der kurve funktioniert, wenn überhaupt, nur in der kurve selber, also während dem spiel. woher soll die kurve wissen (und vor allem wie verhindern), dass von den fast 5000 kurvenanwesenden ein paar dutzend (und vor allem welche!) nach dem match den bahnhof altstetten für randale aufsuchen? und somit ist deine frage „Ist das Kollektiv so unschuldig, dass es nicht bestraft werden darf?“ auch beantwortet! ja, im falle vom bahnhof altstetten ist es das!

    von mir aus kann man die personifizierten tix schon nächste saison einführen, auch wenn sämtliche kurven dagegen protestieren und wahrscheinlich die ersten spiele boykottieren werden. wenn sie merken, dass ihr protest wirkungslos bleibt, werden zumindest >95% der boykottierenden irgendwann (eher früher als später) diese tix über sich ergehen lassen und wieder im stadion erscheinen.

    aber wie gesagt: die randale vor und nach dem spiel oder gar ausserhalb von matchtagen, angriffe auf tramchauffeure oder ganze trams, wird man damit nicht verhindern. aber genau dies ist momentan das hauptproblem (wenn nicht das einzige!) der fangewalt im schweizer fussball. das (fehl-)verhalten der fans in den stadien ist es jedenfalls nicht.

    wie oben erwähnt, dass tauglichste mittel gegen die bestehende fangewalt im fussball ist das rayonverbot und die meldepflicht. das wäre auch ab sofort umsetzbar, da rechtlich - durch das hooligankonkordat - legitimiert. aber anstatt die nötigen mittel für die polizei zu sprechen, ziehen einzelne politiker absolut nutzlose scheinlösungen vor.

    das wir heute, trotz massiv mehr zuschauern als noch vor 10 oder 20 jahren (schweizweit, nicht nur beim fcz), in den stadien kaum mehr probleme haben und die gewalt auch ausserhalb der stadien abnimmt, ist hauptsächlich den fussballclubs zu verdanken, welche viel zeit und nicht wenig geld in präventive fanarbeit investieren. einem politikergeistesblitz ist diese tatsache jedenfalls kaum geschuldet.

    habe fertig! :wink:

    NieUsenandGah

  • Beim FCZ ist halt der Realitätsverlust das Problem.

    glaub ich nicht. bin da ganz bei fringer. im moment prallen mit malenovic und bo zwei unterschiedliche welten aufeinander. malenovic‘s ideen tönen hervorragend. aber einen club so umzumodeln dauert viele monate bis jahre. man hätte mit der art kommunikation viel defensiver sein müssen.

    Fringer bezeichnet die sportliche Krise auch als ein hausgemachtes Problem, das man mit geschickterer Kommunikation hätte verhindern können oder müssen. «Wenn im Verlauf des Jahres ein Sportchef eingestellt wird, der mittel- und auch langfristig sehr gute Ideen hat, sich aber von der aktuellen Philosophie des Trainers, mit der Henriksen Erfolg hatte, distanziert, bringt das enorm viel Diskussionsstoff.»

    https://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/viele-hausgemachte-baustellen-kommts-jetzt-zum-grossen-fcz-knall-id19405244.html?utm_source=whatsapp&utm_medium=social&utm_campaign=share-button&utm_term=blick_app_ios

    NieUsenandGah

  • Eine Frage: Aber inwiefern können Rayonverbote mit Meldepflicht helfen, solange man nicht weiss, wer die „Täter“ sind?

    Aktuelle Zahlen aus dem Informationssystem HOOGAN

    im moment, stand sommer 2023, haben über 519 nasen irgendwelche auflagen:


    sofort umsetzbare massnahmen:

    • es müssten diese bereits gesprochenen massnahmen (endlich) konsequent durchgesetzt werden. etwas was ja, gemäss polizeieigenen aussagen, nicht geschieht. natürlich müsste das öffentlichwirksam kommuniziert werden. das alleine hätte schon sehr präventiven charakter.
    • die einzeltäterverfolgung muss ab sofort intensiviert werden. mir muss niemand erzählen, dass bei 50-100 krawallanten jeweils kein einziger identifiziert oder verhaftet werden kann.
    • so erwischt man einen um den anderen. und es werden immer mehr. am anfang noch mit überschaubaren ergebnissen, aber mit der zeit wird es einschenken. selbstredend müssen diese erwischten mit der gesetzlich möglichen höchstrafe bestraft werden. auch hier: jeder einzelne fall, jede einzelne verhaftung und die daraus resultierenden konsequenzen für die delinquenten, müssen medienwirksam kommuniziert werden. jeder mögliche straftäter muss wissen was ihm blüht, wenn er öffentlich den max macht.

    mittel- langfristige massnahmen:

    • in meinen augen müsste ein rayon- und stadionverbot ebenfalls automatisch eine meldepflicht nach sich ziehen. meldepflicht heisst für mich: sich 2-3 stunden vor dem spiel auf einem polizeiposten zu melden und sich da aufhalten zu müssen bis 2-3 stunden nach dem spiel. matchtag für matchtag, solange die strafe ausgesprochen wurde. sobald sich in den entsprechenden kreisen rumspricht, dass das konsequent umgesetzt wird, hätte auch das eine unglaubliche präventive wirkung.
    • falls das im holligankonkordat nicht vorgesehen ist, müssten politiker sich um diese gesetzeslücke kümmern und die entsprechenden anträge stellen.

    mir ist sehr wohl bewusst, dass das alles (mehr) ressourcen und somit auch geld erfordert. aber kommt am ende wahrscheinlich trotzdem günstiger wie jahrzehnte rumzueiern mit populistischen scheinlösungen. daher ist es für politiker natürlich einfacher zu poltern und diese scheinlösungen vorzuschlagen. hauptsache es kostet den steuerzahler nichts, was natürlich so auch nicht stimmt. aber ich kann es irgendwie sogar nachvollziehen. als politiker ist es sicher bequemer, die schliessung der espenkurve und punkteabzüge für paderborn zu fordern, wenn in genf ein servette fan ein pyro zündet, statt die zeitaufreibende tortur von gesetzesänderungen zu inizieren. aber zielführend ist es genausowenig wie die südkurve zu schliessen, wenn ein tag vor dem spiel in schwamendingen eine handvoll fcz chaoten ein tram demoliert.

    NieUsenandGah

    Edited once, last by snowcat (February 6, 2024 at 1:34 PM).

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