Captain Seger

  • han zwar (sehr) luut grüeft, dass die letscht Verlängerig z'lang gsi isch: aber ich bin no so froh, dass er immerno bi eus isch und au no länger bliebt!
    vo mir us chan er au mit em Tixi i d'Kabine gfahre werde, solang ihn d'Mannschaft brucht...


    danke Segi!!!

  • «Wir leben im Zeitalter des Individualismus»
    Von Reto Kirchhofer. Erstellt: 07.01.2015, 13:39 Uhr (Berner Zeitung)

    Mathias Seger spielt seit 1996 in der NLA, seine 16 WM-Teilnahmen bedeuten Weltrekord. Der als Musterbeispiel des erfolgreichen Captains geltende 37-Jährige trifft am Mittwoch mit den ZSC Lions zum Cuphalbfinal in Bern an.


    Sie werden oft als Vorzeigecaptain bezeichnet. Trifft diese Bezeichnung tatsächlich zu?
    Mathias Seger: Sie ist übertrieben. Ich habe das Glück, bei einem Klub Captain zu sein, der in letzter Zeit einige Titel geholt hat. Auch an der WM 2013 durfte ich im Silberteam Captain sein. Auf diese Weise entstand in den Medien ein gewisses Bild – und nun trage ich dieses Etikett. Aber es gibt viele Captains, die mindestens den gleich guten, wenn nicht den besseren Job verrichten.


    Was zeichnet überhaupt einen guten Captain aus?
    Er muss ein Gespür für den Menschen haben, das Gefüge und den Zustand der Mannschaft kennen. Zudem ist er das Bindeglied zwischen Trainer respektive der Klubführung und dem Team. Er muss Organisatorisches erledigen – und natürlich sollte er eine Leaderrolle einnehmen können.


    Sie führen die ZSC Lions seit 2005 als Captain. Inwiefern hat sich Ihre Aufgabe verändert?
    Das Eishockey hat sich einerseits extrem entwickelt, die Professionalität ist auf allen Ebenen gestiegen. Heutzutage sind junge Spieler, wenn sie in die NLA kommen, viel weiter entwickelt als früher. Das macht meinen Job einfacher. Anderseits leben wir im Zeitalter von Individualismus und Selbstverwirklichung. Der Teamgedanke, die Philosophie des Gemeinsam-etwas-Erreichens, ist nicht mehr so ausgeprägt wie früher.


    Wie meinen Sie das?
    Heutzutage müssen die Jungen früh lernen, sich durchzusetzen, sollten überall präsent und informiert sein. Die Anforderungen sind riesig. Es ist logisch, dass man unter diesen Voraussetzungen als Erstes auf sich schaut. Aber ich will nicht jammern: Jede Generation ist anders.


    Davos-Trainer Arno Del Curto sagt, das Eishockey halte ihn jung, im Kopf sei er noch ein Kind. Trifft das auch auf Sie zu?
    Wir sind Eishockeyspieler, unser Beruf ist das Spielen, also müssen wir Kind bleiben, um die Freude am Spielen zu erhalten und auszuleben. Auch die neue Generation erhält dich jung, du verfolgst die Entwicklung, kannst dabei aber gut älter werden. Man muss ja nicht jeden Seich mitmachen.


    Inwiefern beeinflussen soziale Medien wie Facebook und Twitter das Innenleben eines Teams?
    Ich vertraue meinen Mitspielern, dass sie sich etwa der Schnelligkeit von Twitter bewusst sind. Eine heikle Äusserung genügt, und es gibt eine Negativstory. Wir legen Wert darauf, dass die Handys weggelegt werden, wenn wir als Mannschaft am Tisch sitzen. Schliesslich soll ein Austausch stattfinden. Eigentlich ist es traurig, muss man mittlerweile auf solche Dinge achtgeben.


    Sprechen wir über die Affiche SC Bern - ZSC Lions. In den letzten fünf Jahren hiess der Meister je zweimal SCB und ZSC, es hat sich eine Rivalität entwickelt. Wie stehen Sie zum SCB?
    Früher gab es das grosse Bern und das grosse Lugano. Ich war SCB-Fan – wegen Sven Leuenberger. Er hat wie ich bei Uzwil gespielt, dann machte er den Schritt zum SCB. Es ist schön, hat sich zwischen der Hauptstadt und der grössten Stadt im Eishockey ein Duell entwickelt. Die Bedeutung von Bern als Eishockeystadt ist unglaublich hoch einzustufen.


    Die Hockeybegeisterung in Zürich...
    ...ist regional verankert, etwa im Kreis 11 und den angrenzenden Gebieten. Das Zentrum zählt nicht dazu, Richtung Altstetten ist der FC Zürich Trumpf. Bei den drei grossen Sportklubs – FCZ, GC und ZSC – sind Wellenbewegungen zu beobachten: Wer erfolgreich ist, hat mehr Zuschauer.


    Demnach ist es das Glück des SCB, hat YB schon lange keinen Titel mehr gewonnen.
    (lacht) Verankerung und Popularität des SCB würden auch durch ein erfolgreiches YB kaum beeinträchtigt. Aber es ist schon bitter, was zeitweise bei den Young Boys läuft. Dabei hätte der Klub so viel Potenzial...


    Ihnen als Fan des FC St.Gallen wird es recht sein, wenn YB schwächelt. Gehen Sie immer noch regelmässig ins Stadion?
    Wenn, dann schaue ich mir die Spiele mit den Kindern oder Freunden an. Es ist blöd, ich habe wirklich alles versucht, damit meine Tochter im Fussball ein grün-weisses Herz kriegt – aber vor kurzem sagte sie: «Weisst du, Papi: Du kannst St.-Gallen-Fan sein, aber ich bin in Zürich geboren und deshalb FCZ-Fan.»


    Das tut weh.
    Und wie! Sie ist erst fünf Jahre alt, meine Frau muss Einfluss genommen haben. Das ist unterste Schublade (schmunzelt).


    Zurück zum Eishockey: Welche Priorität hat der Cuphalbfinal?
    Es gibt einen Titel zu gewinnen, beide Teams werden alles geben.


    Braucht das Schweizer Eishockey den Cup?
    Es gab bereits Siege von NLB- gegen NLA-Teams, Erstligisten brachten NLA-Klubs an den Rand der Niederlage. Man sollte dem Wettbewerb drei Jahre Zeit geben. Er muss sich entwickeln.


    Was das Schweizer Eishockey laut Ihnen sicher bräuchte, wäre eine starke Spielergewerkschaft. Weshalb plädieren Sie dafür?
    Es geschehen Dinge, die wir als Spieler nicht als richtig empfinden. Wir sind ein wichtiger Teil des Schweizer Eishockeys, also sollten wir einbezogen werden, wenn es darum geht, das Produkt Eishockey zu verbessern.


    Nennen Sie Beispiele.
    Weichere Banden sind ein Thema, generell geht es um Regelanstrengungen, welche die Gesundheit der Spieler besser schützen. Wir sind direkt betroffen, deshalb müssten wir ein Mitspracherecht haben, gewisse Rechte haben.


    Sie äussern sich als einer der wenigen Sportler in der Öffentlichkeit zu heiklen Themen. Braucht es hierfür ein gewisses Standing?
    Ich denke schon. Ich trage einen bekannten Namen, erhalte dadurch eine Plattform, mich zu äussern – auch jetzt bei diesem Interview. Andere Spieler würden sich mit Sicherheit auch zu solchen Themen äussern, aber sie erhalten die Plattform nicht.


    Sie haben kein Verständnis, dass in der Schweiz über Minarette abgestimmt wird, sind für mehr Geld im Sozialwesen, die Abschaffung der Armee. Wie stark darf sich ein Sportler bei politischen Debatten exponieren?
    Die Meinung, wonach sich Sportler nicht über Politik äussern sollen, ist absolut falsch. Wir sind zwar des Sports wegen angestellt, aber jeder Spieler vertritt eine politische Meinung. In der Garderobe wird oft über Politik diskutiert. Ich kann mich problemlos öffentlich äussern, möchte aber nicht für eine Partei Werbung betreiben.


    Zumal ZSC-Präsident und -Mäzen Walter Frey SVP-Mitglied ist.
    Ich spiele für den ZSC, nicht für Walter Frey. Aber er akzeptiert mich als Person, obwohl wir punkto Politik nicht der gleichen Meinung sind. Sein Engagement für den Sport und die Jugend muss hoch angerechnet werden.


    Sie sind seit 1999 in Zürich tätig. Aus Altersgründen hat der Klub Ihren Vertrag unlängst nur noch um ein Jahr verlängert. Sind Sie enttäuscht?
    Es gehört zur Klubphilosophie, vermehrt Eigengewächse zu integrieren. Einem 37-Jährigen einen Mehrjahresvertrag zu geben, passt nicht ins Konzept. Ich hätte lieber einen langfristigen Vertrag unterzeichnet. Eigentlich ist es eine Frechheit: Ich erhalte in Zürich nur ein zusätzliches Jahr, und Martin Plüss erhält in Bern zwei Jahre. Dabei ist er noch über ein halbes Jahr älter als ich (lacht).


    Wie gehen Sie mit der Gewissheit um, dass das Karriereende immer näher rückt?
    Als Eishockeyprofi bist du dir früh bewusst, dass dein Berufsleben zweigeteilt sein wird: ein Abschnitt Karriere, danach etwas Neues. Aber du weisst nicht, wie du reagierst, wenn das Garderobenleben wegfällt. Ganz ehrlich: Vor dieser Erfahrung habe ich einen Riesenrespekt.


    Sie haben sich noch nie konkret zu Ihren Plänen nach der Aktivzeit geäussert.
    Weil ich wirklich noch nicht weiss, was ich machen werde.


    Fünfmal Meister, Champions-League-Sieger, WM-Silbergewinner: Was möchten Sie in Ihrer Karriere unbedingt noch erleben?
    Den Cup gewinnen (lacht).

  • Er hät 3 Goal gäge eus gschosse; i eim Schpiel; als Verteidiger; i de Halle; mit Rappi ...
    Und ich han müesse zueluege.


    Schwirig gsi ...


    [emoji6]



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  • Oh ja a das Spiel mag i mi au no guet erinnere, ich und mini Kumpels händ gseit dä müemer ha und churz druff abe isch es sowit gsi, glaub sogar d Saison druff... Das die Personalie die Entwicklig mit sich bringt, wer het das damals denkt...

  • Glück, Loblieder und Terminstress für Mathias Seger


    Das 1000. NLA-Spiel brachte dem ZSC-Captain einen Mix von Gefühlen. Zuletzt strahlte er.


    Von Simon Graf Kloten


    Im 1000. NLA-Spiel darf man auch ­einmal Glück haben. Als Mathias Seger in der Endphase, als die ZSC Lions mit ­einem 3:2-Vorsprung im Rücken Powerplay spielen durften, als letzter Mann den langen Pass auf Guggisberg verfehlte, konnte er nur noch zuschauen, wie der Flyers-Flügel allein aufs Tor zustürmte. Hätte Guggisberg getroffen, es wäre eine weitere Wende in diesem turbulenten Spiel gewesen. Doch er scheiterte an Bolts­hauser. Und wenig später durfte sich ­Seger von der ZSC-Fankurve für sein sieg­reiches Jubiläum feiern lassen.


    «Am Anfang war es ein recht emotionsloses Spiel», sagte er. «Aber wie wir es drehten, machte es doch noch zu ­einer guten Story für uns.» Während er sprach, wartete der Mann des Schweizer Fernsehens ungeduldig daneben. 18 Uhr war vorbei, um 18.50 wurde Seger zum Interview im «Sportpanorama» erwartet. Und duschen musste er auch noch.


    Für Crawford der Wertvollste


    Als er in die ZSC-Kabine verschwand, ertönte Applaus. Im Gang stimmte Marc Crawford ein Loblied auf ihn an. «Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der neben dem Eis so wertvoll ist. Und ich habe viele Spieler erlebt», sagte der langjährige NHL-Coach. Es sei einzigartig, wie aufmerksam, wie fürsorglich er sei. «Wenn ein Junger wie Denis Malgin ins Team kommt, der sein Sohn sein könnte, behandelt er ihn wie einen Bruder. Wir haben sehr wenige Probleme, weil Seger die meisten löst.» Dann erschien der 37-Jährige wieder, frisch geduscht. Natürlich wollten auch noch die Radios ein paar Worte von ihm. «Es war ein bisschen viel Rummel um mich», sagte er. «Ich bin froh, ist das 1000. Spiel vorbei. Nun freue ich mich auf die nächsten 1000.»


    Noch 72 NLA-Spiele zum Rekord


    1072 müsste er erreichen, um den NLA-Rekord von Ivo Rüthemann zu egali­sieren. Ein Ziel? Er schüttelte den Kopf. «Nein, wir müssen Meister werden.» Weil dieses Feuer immer noch in ihm ­lodere, habe er bei Seger keine Bedenken, dass er nicht noch ein paar Jahre spielen könne, sagte Crawford. «Bei vielen älteren Spielern passiert es, dass sie nicht mehr so ehrgeizig sind. Bei ihm ist das Gegenteil der Fall. Ich habe das Gefühl, er ist sogar noch hungriger geworden.»


    Dann ging es für Seger los Richtung Leutschenbach. Pünktlich und in einen Anzug gekleidet betrat er das TV-Studio. «Zum Glück haben wir gewonnen», sagte er schmunzelnd. «Sonst wäre ich wahrscheinlich gebückt eingelaufen.»


    (Tages-Anzeiger)


    :applaus:

  • De Segi isch am Mäntig uf SRF3 i de Sändig Focus gsi. Hät chli lasch gwürkt, de Herr Seger. Aber au d'Frage vom susch witzige Tom Gisler sind chli wischi-waschi gsi. Hockey isch glaub nöd so sis Ding...
    Podcast cha mr natürlich noch nahlose / abelade.

  • Falls Seger kein Spiel mehr verpasst in dieser Quali, dann würde er im letzten Qualispiel zu Hause gegen Davos (27.02.2016) den Rekord von Gil Montandon einstellen (1064 NLA-Spiele) und im ersten Playoff-Heimspiel darauf den Rekord übertreffen. Sofern natürlich die Angabe von der ZSC-Seite (1048 NLA-Spiele) korrekt ist.


    Bereits am 07.02.16 in Lugano würde er Ivo Rüthemann (1059 NLA-Spiele) einholen und zu Hause im Derby am 16.02.16 überholen.


    Natürlich sind die einzelnen Termine noch sehr hypothetisch, aber er nähert sich definitiv dem NLA-Rekord.

  • Quote from Larry

    Nächste Saison könnte er dann die Zahl von 1'000 Spielen für den ZSC übertreffen. :cool: :applaus:


    Noch 93 Spiele dürften sehr schwer werden. Da darf er sich keine Verletzung mehr erlauben und und benötigt zwei lange Playoffs. Schön wären natürlich 1005 NLA-Spiele für den ZSC.

  • Wenn ich Segi wäre würde ich mir schon 1000 ZSC Spiele wünschen, und dann ev. zurück treten.


    Im Notfall geben wir ihm in der übernächsten Saison von Spiel zu Spiel einen Vertrag! :mrgreen:

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